Hallo Maria,
Ja, ich kenne Réne Schickele, aber nicht weil er ein vergessener Klassiker wäre, sondern weil er Elsässer war und sein Erbe sowohl im Schwarzwald (er wohnte einige Jahre in Badenweiler), als auch in Straßburg (wenige Kilometer von meinem Wohnort entfernt) wach gehalten wird. M.M. nach gibt es keine „vergessene Klassiker“. Entweder ein Autor wird vergessen oder er wird Klassiker. Réne Schickele hat es anscheinend nicht geschafft, die Zeit (außerhalb seiner Heimat) zu überdauern. Das muss nun nicht an ihm selbst oder an seiner literarischen Qualität liegen, sondern kann vielfältige Gründe haben (falscher Verlag; zu gut um von seinen Lesern verstanden zu werden; zu große Konkurrenz, u.a.)
Ich selbst kenne keinen seiner Romane, sondern nur sein Drama „Hans im Schnakenloch“, das wie der Titel schon verrät, eher für ein lokales Publikum geschrieben ist und wahrscheinlich nur am Oberrhein verstanden wird. Andererseits sind einige Werke über René Schickele (nicht von ihm) erhältlich, der als Expressionist und Pazifist immer wieder Interesse weckt, so dass es ja sein kann, dass sein Werk doch noch wiederbelebt wird. (dann könnte er noch zum Klassiker werden, wäre aber nicht mehr vergessen).
Wenn Du die Trilogie gelesen hast, kannst Du mir ja mal deine Eindrücke berichten. Zumindest als Lokalpatriot bin ich daran interessiert. Bei ZVAB sind unter der Suche „Réne Schickele das Erbe am Rhein“ 25 Einträge vorhanden, also sowohl die Einzelbände "Das Erbe am Rhein", "Blick auf die Vogesen" und "Der Wolf in der Hürde", als auch die komplette Trilogie „Das Erbe am Rhein“.
Gruß von Hubert
PS: Auch wenn es in einem anderen Thread so steht: Klopstock ist nicht vergessen.: