Hallo zusammen,
hallo ikarus,
dass das Magazin „bücher“ sooo schlecht ist, habe ich ja (noch) nicht gesagt, bisher hatte ich mich nur gewundert, dass die Auswahl in den einzelnen Rubriken nach m.M. nicht so gelungen war - und Du hast Recht, in einem Magazin „bücher“ darf es nicht nur um Hochliteratur gehen, auch ich hatte das nicht erwartet.
Ob man allerdings darüber hinwegsehen soll, wenn „Lolita“ als ein Meisterwerk über die Liebe bezeichnet wird, .... :In einem Magazin, dass mit einem mehrseitigen Artikel über die BILD-Frau Katja Kessler Leser lockt, halte ich es schon für gefährlich sexuellen Missbrauch von Kindern als Liebe zu bezeichnen (hätte Humbert Humbert auch nur ein Fünkchen Liebe für das Mädchen empfunden, hätte er ja wohl auf die Befriedigung seiner sexuellen Begierden verzichtet), vor allem wenn man sich die Werbung der BILD in Erinnerung ruft, bei der vor noch nicht allzu langer Zeit auf Litfasssäulen auf einen Buchvorabdruck in BILD hingewiesen wurde mit dem Slogan: „IN DER LIEBE IST ALLES ERLAUBT“
Natürlich wäre es nicht schlecht, wenn einer der Magazinleser E.T.A. Hoffmann entdecken würde, nur hätte dazu eine Rubrik „Empfohlene Klassiker“ ausgereicht. Eine Rubrik „Wiederentdeckte Klassiker“ täuscht m.M. nach vor, „bücher“ hätte diese Klassiker wiederentdeckt. – Allerdings bin ich eher der Meinung das die Hinführung der Magazinleser zu ernstzunehmender zeitgenössischer Literatur (wie z.B. Siegfried Lenz) sinnvoller und eher möglich gewesen wäre, als die Hinführung zu einem der schwersten deutschen Klassiker.
Noch kurz zum Katja Kessler Artikel:
Schon die Überschrift „Fräulein Wunder“ wieder eine Mogelpackung, wenn man bedenkt, dass das Fräulein, seit Jahren mit dem Chef der BILD verheiratet und Mutter ist. Aber wer ein Verbrechen als Liebe bezeichnet, der weiß natürlich nicht, dass ein Fräulein eine unverheiratete Frau ist. „Früher schrieb sie die Texte für die „Bild-Mädchen von Seite 1.“, später dann die Bücher von Dieter Bohlen. „Katha Kessler kommt. Rote Stiefel, kurzer Rock, ein weißes Shirt .... zwei große wache Augen unter locker hochgestecktem Haar.“ Na, wenn schon kein Fraulein, dann doch ein Wunder, denke ich noch, aber ein Blick auf das ganzseitige Bild der Frau Kessler, zeigt, dass das jetzt nur schlechter Ausdruck war. Tatsächlich hat Frau Kessler ihre Augen auch im Gesicht und nicht unter den Haaren. „Höflich ist sie. Und klug. Zu klug um überheblich zu sein.“ Wem jetzt noch nicht schlecht ist, der erfährt beim Weiterlesen dann doch noch ein Wunder: „Wenn Katja Kessler schwanger ist, kommen halt nicht nur süße Babys heraus, sondern auch Kassenknüller. Dieter Bohlens Biografie „Nichts als die Wahrheit“ vollendete sie kurz nach der Entbindlung .... „Hinter den Kulissen“ folgte in der zweiten Schwangerschaft“ Bleibt zu hoffen, dass weitere Schwangerschaften ausbleiben, denn Kessler droht schon mit einem dritten Bohlen-Titel: „Hier kommt der Sensenmann – jetzt mach ich sie alle platt“ würde der heißen, wie uns Frau Kessler verrät und was der Bücher-Welt hoffentlich erspart bleibt.
Gruß von Hubert
PS: Was mich an „bücher“ am meisten stört: Es kostet Geld, und in meiner Buchhandlung liegen immer Buchmagazine (z.B. „Buchjournal“ vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels oder „Kundenmagazin“ der Buchhandlung etc) kostenlos aus, vielleicht etwas dünner, aber mindestens genau so informativ und ohne mich mit Katja Kessler, Nicole Kidman oder Olaf Martens zu quälen.