Autor Thema: 2003  (Gelesen 3167 mal)

Offline JMaria

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2003
« am: 24. Januar 2004, 00:27 »
Hallo zusammen,

in anderen Foren werden meist zu Beginn des neuen Jahres, ein Rückblick des alten Jahres gemacht.

Welche Klassiker, die ihr 2003 gelesen habt, war euer schönstes Leseerlebnis?

Für mich war es
Thomas Wolfe: Schau heimwärts Engel
Fontane: Effi Briest

warum es so war, würde ich gerne aufzählen, doch ich glaube, um die Uhrzeit bekomm ich nichts mehr zustande.

Bin aber auf eure Antworten gespannt.

LG Maria
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Offline ikarus

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2003
« Antwort #2 am: 24. Januar 2004, 12:24 »
Hallo JMaria

Mein schönstes Klassiker-Leseerlebnis in 2003 war auch "Schau heimwärts Engel". Was für ein herrlicher, saft- und kraftvoller Familienroman.

Das beeindruckendste Buch war für mich der "Ulysses" und das Schwierigste, wahrscheinlich nicht nur für 2003, war die "Göttliche Komödie". Vor beiden Büchern hatte ich gehörigen Respekt und bin deshalb auch etwas stolz auf mich, diese beiden schweren Brocken  geschafft zu haben  :bang:

Viele Grüße
ikarus
"Der Umgang mit Büchern bringt die Leute um den Verstand" (Erasmus von Rotterdam)

Offline sandhofer

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Schöne Leseerlebnisse
« Antwort #3 am: 24. Januar 2004, 16:12 »
Hallo JMaria!

Eigentlich habe ich ja nur schöne Leseerlebnisse  :breitgrins:  :breitgrins:  :breitgrins:

Ausser vielleicht Zweigs Maria Stuart. Und bei Dos Passos weiss ich noch nicht  :sauer:

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Harald

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2003
« Antwort #4 am: 25. Januar 2004, 00:36 »
Hallo Maria,

Die spannendsten Klassiker dieses Jahres waren für mich die Romane von Frances Burney ("Evelina", "Cecilia" und "Camilla"). "The Wanderer" steht noch auf meiner Wunschliste.

Ansonsten habe ich 2003 ungewöhnlich viel gelesen, ohne dass etwas absolut Herausragendes dabei gewesen wäre. Unter den weniger bekannten Titeln haben mich besonders positiv beeindruckt:

Arnold Zweig: De Vrient kehrt heim

Eine Geschichte aus dem Palästina der 30er Jahre, die die jüdisch-arabischen Spannungen zum Thema hat.

Wezel: Hermann und Ulrike

Ein Roman aus der Goethezeit - weder Klassik noch Romantik, sondern irgendwo zwischen Aufklärung und bürgerlichem Realismus - kann mit den besten vergleichbaren Werken der englischen Literatur ("Tom Jones") mithalten. Breites Panorama der vorrevolutionären (d.h. vor der französischen Revolution) Gesellschaft in Deutschland. Schade, dass wir nicht mehr davon haben.

Gruß, Harald
Aktuell: Montaigne. G. E. Lessing. Dostojewski. Herman Melville.

Offline Steffi

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2003
« Antwort #5 am: 25. Januar 2004, 18:16 »
Hallo,

auch ich fand Thomas Woolfe am beeindruckendsten -obwohl das Gemeinsame Lesen immer ein Vergnügen ist. Dann habe ich noch Kästners Fabian gelesen und war sehr überrascht über diesen Kästner, denn ich kannte von ihm bisher nur die Kinderbücher.

Ich habe nun eine Leseliste angefangen und wenn ich es schaffe, diese durchzuhalten, habe ich für den nächsten Jahresrückblick gleich eine Grundlage  :breitgrins:

Gruß von Steffi
Gruß von Steffi

Offline JMaria

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2003
« Antwort #6 am: 25. Januar 2004, 19:48 »
Hallo zusammen,

@Sandhofer: freut mich, daß du fast ausschließlich Lesevergnügen hattest.  Aber kein einziges Buch das sich doch ein bißchen mehr hervorgehoben hat? *hartnäckig_fragt*  :breitgrins:

@Steffi:
Fabian" hat mich auch überrascht und beeindruckt.

@Ikarus:
ein Familienroman können wir doch auch 2004 ins Auge fassen, evtl. John Galsworthy: Die Forsyte Saga?

@Harald:
deine Liste macht mich neugierig, denn ich kenne keins der von dir genannten Bücher.

Kennt ihr das? Man fragt nach irgendwelchen Büchern und schon ist man dabei im Netz danach zu forschen um was es geht und evtl. fügt man das Buch der Noch-zulesen-Liste zu. Falls man so eine Liste hat *bg*

@Nimue: deine Auflistung ist gut gemischt. Gefällt mir.

LG Maria
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Offline sandhofer

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Nö!
« Antwort #7 am: 25. Januar 2004, 20:48 »
Hallo zusammen!
Hallo JMaria!

Ich bin jetzt in einem Alter, wo ich gelernt habe, schlechten Büchern ebenso aus dem Weg zu gehen wie schlechter Gesellschaft. Bücher sind für mich schon fast so etwas wie Lebewesen. Jedes hat seine Schwächen, jedes seine Stärken. Wirklich Schlechtes kommt mir nur noch selten ins Haus. Und wenn, dann weiss ich es meistens im voraus, wie ich es bei 'Maria Stuart' gewusst habe.

Ich habe - war's in diesem oder in einem anderen Forum? - mal meine Bibliothek mit einem Harem verglichen. Auch aus dieser Optik werde ich mich hüten, ein Buch des Jahres 2003 zu küren!  :breitgrins:  :breitgrins:  :breitgrins:

Abgesehen davon führe ich nur rudimentär über meine Leseabenteuer Buch und habe weder für die Vergangenheit und schon gar nicht für die Zukunft irgendwelche brauchbare Listen oder gar Kritiken angelegt.

Ich muss 2003 ca. 40 Bücher neu gelesen haben + ungefähr ebensoviele 'Wiederholungen'. Einen Teil der Neu-Lesungen könnte ich rekonstruieren, die 'Wiederholungen' kaum. Aber ein schönstes Leseerlebnis? Lesen ist für mich auch ähnlich wie Sich-verlieben. Und im Gegensatz zu den Frauen darfst du dich in jedes neue Buch auch neu verlieben. Und jede neue Liebe ist doch schön, oder?  :breitgrins:  :breitgrins:  :breitgrins:

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline JMaria

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2003
« Antwort #8 am: 25. Januar 2004, 21:13 »
Hallo zusammen,
hallo Sandhofer

ein Harem? *lol*
da kann ich nicht verlangen, daß du ein Buch kürst. Sehr Verständlich  :zwinker:

Aber zurück zu deinem Beitrag:
du schreibst, daß du auch wiederholt ein Buch liest? Was veranlasst dich dazu? Ich frage, weil ich bisher kaum Klassiker mehrmals gelesen habe, weil noch soviele auf mich warten. Es gibt schon Klassiker, da pick ich mir einzelne Kapitel raus und lese sie nochmals, entweder weil sie mich persönlich berührten und mir etwas übermittelten. Aber sooft ist das noch nicht vorgekommen.

LG Maria
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Offline sandhofer

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Freunde
« Antwort #9 am: 25. Januar 2004, 22:22 »
Hallo zusammen!
Hallo JMaria!

Warum lese ich ein Buch mehrere Male? Eine lange Geschichte ...

Zuerst, um ein etwas weniger verfängliches Beispiel zu geben, ist für mich ein gutes Buch so ähnlich wie ein Freund. Wenn ich nun allerdings in einem Nachbarforum lese, man sei ein Bücherfreak, wenn man jedesmal am Schluss eines Buches traurig sei, weil man nun einen Freund verloren habe, so fehlt mir für diese Art Freundschaft das Verständnis. Ich habe ja keinen Freund verloren, sondern einen neuen gewonnen. Einer, der mich trösten kann, wenn es mir schlecht geht, der mich belehren kann oder auch einfach nur unterhalten, oder ... oder ... oder ...

Deswegen komme ich immer wieder zu einem Buch zurück. Es mag sein, dass auf mich ein paar ungelesene Klassiker weniger warten als auf andere in diesem Forum. Doch diese Gewohnheit des Immer-wieder-Lesens habe ich, seit Klein-Sandhofer sein erstes grosses Lese-Abenteuer bestand: Karl May. Schon mit diesem Autor fing es an, dass ich immer wieder die alten Geschichten las.

Manchmal, das gebe ich zu, lese ich auch nur Ausschnitte bei meinen alten Freunden. Dann wieder gibt es Bücher - wie Stifters 'Nachsommer' -, die alle 2-3 Jahre komplett gelesen werden. Deshalb fange ich jetzt auch an, meine Taschenbücher durch gebundene Ausgaben zu ersetzen. Mein Caroll ist mir buchstäbllich aus dem Leim gefallen.

Und deshalb schleppe ich auch keine Bücher mit in die U-Bahn und ähnliches. Eine Tageszeitung: ja. Bücher: nie. Schliesslich werde ich auch nicht meine intimsten Probleme dort in aller Öffentlichkeit diskutieren. Und so ähnlich käme ich mir mit einem Buch vor. Oder dann würde ich ihm nicht die gebührende Aufmerksamkeit widmen.

Schliesslich und endlich gibt es noch die Bücher, die ich wieder lese, weil ich sie nun wirklich seit Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr glesen habe. So hat mich ein Thread daran erinnert, dass ich seit einem Jahr oder zwei Tiecks 'Franz Sternbalds Wanderungen' wiederlesen möchte.

Vielleicht fange ich noch heute abend an - als Ausgleich zu Dos Passos.

Grüsse

Sandhofer
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Offline JMaria

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2003
« Antwort #10 am: 26. Januar 2004, 11:20 »
Hallo Sandhofer

danke für deine offene Antwort. Ich merke sehr deutlich daraus, wie intensiv dein Verhältnis zu Büchern ist. In gewisser Maßen haben wir das hier alle (vermute ich jetzt mal), aber deine Beschreibung war wirklich schön.  

:blume:

Viele Grüße
Maria
PS: gibt es eigentlich noch weitere "Wiederholungstäter" im Forum?
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Offline Lucien

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2003
« Antwort #11 am: 26. Januar 2004, 17:00 »
hallo,

ich mag das eigentlich schon auch am Ende eines Jahres sich einmal Gedanken darüber zu machen, was denn nun an Highlights dabei gewesen ist (übrigens nicht nur in der Literatur).

Meine Top 10 der 2003 gelesenen Bücher:

1. Knut Hamsun: Mysterien
2. Friedrich Hölderlin: Hyperion
3. Jens-Peter Jacobsen: Niels Lyhne
4. André Gide: Die Falschmünzer
5. Patrick Süskind: Das Parfum
6. Iwan Gontscharov: Oblomov
7. Louis-Ferdinand Céline: Reise ans Ende der Nacht
8. Nikos Katzanzakis: Alexis Sorbas
9. William Shakespeare: Hamlet
10. Oscar Wilde: Das Bild des Dorian Gray

Eher enttäuschend oder wo ich mir einfach mehr erwartet hatte waren:
* Stendhal: Rot und schwarz
* Dante: Göttliche Komödie (bin zwar nicht fertig geworden, aber habe wenig Hoffnung, dass sie mir doch noch gefallen wird)
* Knut Hamsun: Hunger
* Knut Hamsun: Pan

@sandhofer:
dein Verhältnis zu den Büchern erinnert ja beinahe an das von einem gewissen Hrn. Kien. Was mir noch keine Sorge macht, solange du nicht vorhast deine Zugehfrau zu heiraten   :zwinker:

Ich gehe mit Büchern sehr viel pragmatischer um. Ich kaufe mir i.d.R. auch nur, was ich nicht in der Bibliothek bekomme. Und dennoch graut mir schon vor meinem nächsten Umzug, weil doch mit der Zeit einiges zusammenkommt...
Ich lese Bücher i.d.R. aber nur einmal; stattdessen mache ich mir von jedem gelesenen Buch ein Exzerpt mit Inhaltsangabe, persönlichen Anmerkungen und den besten Zitaten. Diese Exzerpte lese ich mir dann öfter mal durch...

Grüsse,
Lucien

Offline Dostoevskij

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Re: Freunde
« Antwort #12 am: 26. Januar 2004, 17:25 »
Zitat von: sandhofer
Warum lese ich ein Buch mehrere Male? Eine lange Geschichte...


... und eine schöne Geschichte, die mir übrigens wieder klar macht, daß ich bei Wiederlektüren einfach noch zu halbherzig bin, denn ich gebe ehrlich zu, zu sehr noch ungelesenen auf den Leim zu gehen und die "rereads" gern aufzuschieben. Auch bei dicken Büchern geht mir das so. Ich muß mich quasi zwingen. Aber hinterher verstehe ich nicht mehr, was mich vorher zögern ließ.

Auf den Trichter, den Bücherbestand zu veredeln, indem man z.B. Hardcover für alte oder verschlissene Taschenbücher erwirbt, steht mir zwar noch bevor. Ich bemerke aber schon die Tendenz beim eigentlichen Bücherkauf bei mir UND ich lechze förmlich nach Werkausgaben, die den mühsamen Nachkauf immer neuer Werke eine betreffenden Autors überflüssig machen und man in seinem Falle endlich "Ruhe hat". Wenn man's mal durchrechnet, sind Werkausgaben finanziell und qualitativ fast immer die bessere Wahl.
Keep reading, Markus Kolbeck
Leipziger Bücherlei http://www.buecherlei.de/

Offline Steffi

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2003
« Antwort #13 am: 27. Januar 2004, 11:01 »
Hallo zusammen !

sandhofers Beschreibung seines Verhältnisses zu Büchern fand ich sehr schön und mir geht es auch ähnlich. Leider habe ich viel zu viel Bücher, die ich unbedingt noch lesen muss und kann mich nur im seltensten Fall zum wiederholten Lesen aufraffen. Ich glaube, eines der wenigen Klassiker war der Zauberberg und das ist auch schon viele Jahre her.

Ich kaufe Klassiker vorwiegend gebunden, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass die meisten wirklich zu einem Freund werden. Auch Werkausgaben liebe ich, aber manchmal sind die Anschaffungskosten einfach (noch) zu hoch, z.B. bei Thomas Mann. Auch der einzelne Verkauf von Werken, wie z.B. bei Virginia Woolf  reißt ein großes Loch in mein Budget :sauer:

Gruß von Steffi
Gruß von Steffi

Offline sandhofer

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Bücher
« Antwort #14 am: 27. Januar 2004, 20:31 »
Hallo zusammen!

Danke allerseits für die Blumen!  :redface:

Keine Angst, ich bin nicht Kien  :breitgrins: - auch wenn es nun nicht gerade so tönte, so habe ich schon noch eine Welt ausserhalb meienr Bibliothek und Freunde aus Fleisch und Blut ...

Werkausgaben wäre auch noch ein Thema gewesen. Bei vielen Autoren versuche ich tatsächlich ebenfalls, wenn möglich Werkausgaben zu kriegen. V.a. Antiquariate - auch via Internet - sind da sehr hilfreich und man kriegt meist billigere und 'schönere' Bücher als im Buchhandel.

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen