Autor Thema: Grimmelshausen - Abenteuerlicher Simplicissimus  (Gelesen 31822 mal)

Offline sandhofer

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Re: Hamburger Lesehefte
« Antwort #30 am: 14. Januar 2004, 23:00 »
Zitat von: Atomium
Da wo ich wohne, haben Antiquarien nur selten deutschsprachige Bücher  :zwinker: , deshalb hab ich bisher auch keinen Grimmelshausen gefunden...

Gruß
Atomium


Hallo Atomium!

Die seriösen deutschen Antiquariate findest Du auch on-line unter: http://www.zvab.com

Keine pfuschenden Amateure wie eBay!

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Hubert

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Hamburger Lesehefte
« Antwort #31 am: 16. Januar 2004, 09:51 »
Atomium hat gepstet:
Hallo Hubert!
Mein Hamburger Leseheft ist anscheinend ungekürzt und enthält ausführliche Kommentare. Ich habe den Kommentarteil mit Insel TB verglichen und hatte den Eindruck, er ist besser.


Hallo Atomium,

vielen Dank, für den Hinweis. Ich habe mir das Hamburger Leseheft bestellt.

Gruß von Hubert

Offline Atomium

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Antiquariate
« Antwort #32 am: 19. Januar 2004, 10:45 »
Hallo Sandhofer!
Danke für den Link! Wird sicher in Zukunft noch nützlich.
Am Wochenende bin ich aber doch fündig geworden:
Der ungekürzte Simplicissimus in einer Ausgabe von 1956 des "Clubs der Bücherfreunde Saarbrücken", mit Kommentaren. War wohl eine Lizenzausgabe für das Saarland bevor es 1957 wieder zu Deutschland kam.
Nun hab ich zwei Ausgaben und kann die Kommentare vergleichen. Und in der U-Bahn ist das Leseheft auch praktischer.

Gruß
Atomium

Offline Berch

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Februar 2004: Grimmelshausen: „Simplicissimus“
« Antwort #33 am: 30. Januar 2004, 19:23 »
Falls ich am Wochenende dazu komme, werde ich schonmal einen ersten Blick ins Buch werfen...

Offline Hubert

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Februar 2004: Grimmelshausen: „Simplicissimus“
« Antwort #34 am: 1. Februar 2004, 21:30 »
Grimmelshausen (1621 – 1676) gehört zu den wenigen deutschen Dichtern des 17. Jahrhunderts, die auch heute noch gelesen werden.

Clemens Brentano schrieb über seinen bekanntesten Roman:
„Eins der vortrefflichsten Bücher ist der Simplicius Simplicissimus. Tieck hat ihn mir geliehen. Herr, das ist göttlich!“

und Thomas Mann:
„Es ist ein Literatur- und Lebensdenkmal der seltensten Art, das in voller Frische fast drei Jahrhunderte überdauert hat und noch viele überdauern wird, ...“

Über den Dichter und sein Werk mit Bibliographie
http://www.xlibris.de/Autoren/Grimmelshausen/Grimmelshausen-Biographie/Grimmelshausen-Biographie.htm


Grimmelshausen-Seite der Stadt Oberkirch (Grimmelshausen lebte seit 1649 in Oberkirch (Stadtteil Gaisbach) und betrieb dort ab 1657 eine Gaststätte): -
www.oberkirch.de/inhalt/oberkirch/pages/grimmelshausen.html


Das Simplicissimus-Haus der Grimmelshausenstadt Renchen (Grimmelshausen war ab 1667 Schultheiß in Renchen):
http://www.stadt-renchen.de/Museum/index.html


Offline Hubert

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Der Abenteurliche Simplicissimus Teutsch
« Antwort #35 am: 1. Februar 2004, 21:36 »
Der Abenteurliche Simplicissimus Teutsch
OA 1668 (1669)

Form: Roman:
http://www.klassikerforum.de/Bodies/gattungen/roman.php

Epoche: Barock:
http://www.klassikerforum.de/Bodies/epochen/barock.php?thema=definition

http://www.xlibris.de/Epochen/Barock/Barock1.htm

Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag):

Unter dem Pseudonym German Schleifheim von Sulsfort erschien 1668 (vordatiert auf 1669) der wohl bedeutendste Roman des Barock und einer der ersten Schelmenromane seiner Zeit: Der Abenteurliche Simplicissimus – ein Buch vom und über den Dreißigjährigen Krieg. Sein Untertitel enthält zugleich auch Hinweise auf den Stoff: »Das ist: Die Beschreibung deß Lebens eines seltzamen Vaganten/genannt Melchior Sternfels von Fuchshaim/wo und welcher gestalt Er nemlich in diese Welt kommen/was er darinn gesehen/gelernet/erfahren und außgestanden/auch warumb er solche wieder freywillig quittiert. Überauß lustig/und männiglich nutzlich zu lesen.«

Inhalt: Grimmelshausen schildert das Leben des Romanhelden Simplicius Simplicissimus. Am Beginn steht der tragische Überfall auf den Bauernhof seines angeblichen Vaters im Spessart. Anschließend erfährt er in der Einsiedelei eines Eremiten, der sich später als sein wirklicher Vater herausstellt, eine christliche Erziehung. In die Welt entlassen, wird er in Hanau zum Narren, bevor man ihn entführt. Wenig später schließt er sich den kaiserlichen Truppen an, bis ihn der kommandierende Obrist zu einem Hofmeister gibt, der sich seiner annimmt. Im Kriegsgetümmel wird Simplicius zum »Jäger von Soest«; als Soldat und Kaufmann zieht er durch die Welt, von einem Abenteuer ins nächste gestoßen.
Der beschriebenen Wirklichkeit stehen verschiedene Utopien gegenüber, die sich jedoch alle als untauglich erweisen. »Jupiter« etwa predigt den ewigen Frieden und erscheint als wahnsinnig. Zuletzt formuliert Simplicius sein berühmt gewordenes »Adieu Welt« und zieht sich als Eremit in den Schwarzwald zurück. Dort hält er Rückschau und erzählt sein früheres Leben.

Aufbau: Wie alle Barockromane, die vom spanischen Schelmenroman geprägt sind, besteht auch der Simplicissimus aus zahlreichen Episoden, an deren Beginn der Erzähler jeweils eine kurze Inhaltsübersicht über das sich anschließende Kapitel gibt. Allerdings kommt der Autor über das bloße Prinzip der Reihung hinaus, indem er den Erzähler in das Geschehen einbindet und dadurch der Prozess der Selbsterkenntnis bzw. der inneren Umkehr an Aussagekraft gewinnt. Das ständige Auf und Ab seiner Erfahrungen steht für das Schicksals-Prinzip (Fortuna), in dem sich das Lebensgefühl dieser Epoche widerspiegelt. Um dieses Kompendium an Ideen in eine passende Form bringen zu können, wählte Grimmelshausen eine satirische Darstellung, in der sich allegorischer und realistischer, hoher und niederer Stil adäquat miteinander verbinden.

Wirkung: Bereits im Frühjahr 1669 erschien eine zweite Ausgabe, vermehrt um die Continuatio. Der anhaltende Erfolg bewirkte eine recht komplizierte Folge von insgesamt sechs, zum Teil unautorisierten Fassungen. Auch in den folgenden Jahrhunderten zählte das Werk zu den wenigen Barockromanen, die auch außerhalb der Wissenschaft auf ein reges Interesse stießen. Seit der Romantik haben sich zahlreiche Dichter von dem Buch inspirieren lassen. Im 20. Jahrhundert adaptierten u. a. Bertolt Brecht in seinem Drama Mutter Courage und ihre Kinder (UA 1941) sowie Günter Grass in der Erzählung Das Treffen in Telgte (1979) den Stoff. Mehrere Künstler, darunter A. Paul Weber (1893–1980), fertigten Illustrationen an, Karl Amadeus Hartmann (1905–63) komponierte die Oper Simplicius Simplicissimus (entst.1936; UA 1948). C. V.

Den kompletten Text (Buch 1 bis 5 + Continuatio) mit Abbildung des Titelkupfers gibt’s Online unter:
http://gutenberg.spiegel.de/grimmels/simpl/simpl.htm

Offline Hubert

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Der Geschichtliche Hintergrund
« Antwort #36 am: 1. Februar 2004, 21:41 »
Den Hintergrund der Abenteuer des Simplicius Simplicissimus bildet die letzte Etappe des Dreißigjährigen Krieges: Der Französisch-Schwedische Krieg (1635 bis 1848), bei dem die Gegner Habsburgs das Übergewicht hatten und Deutschland nach und nach ausgeplündert wurde, so dass die kriegsführenden Herre nicht mehr versorgt werden konnten. Die Folge war, dass die Söldnerheere zu Räuberbanden wurden, die nur noch um der Beute willen Krieg führten.
   
Einen ersten Einblick in die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges geben die folgenden Links:
http://www.krref.krefeld.schulen.net/referate/geschichte/r0135t00.htm

http://www.voglgsang.de/ahnenforschung/geschichte/dreissigjaehrigerkrieg/index.html

Lexikonartikel mit Verweisen zu Begriffen wie „Prager Fenstersturz“ (Beginn ...) und „Westfälischer Frieden“ (Ende des Dreißigjährigen Krieges):
http://www.net-lexikon.de/Dreissigjaehriger-Krieg.html
 

Etwas ausführlicher mit Biographien historischer Persönlichkeiten:
http://www.koni.onlinehome.de/basisdateien/inhalt-frames.htm

Wer noch mehr wissen will, dem sei folgendes Buch empfohlen:
http://www.teachsam.de/geschichte/ges_deu_konfess_1517-1648/drei_krieg_1618-48/drei_krieg_1618-48_0.htm

Offline Hubert

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Links zu Grimmelshausen
« Antwort #37 am: 1. Februar 2004, 21:46 »
Hallo zusammen,

im Forum „Gemeinsames Lesen – Chronik“ habe ich bereits einen Thread zu  unserer Leserunde mit  Links zu Grimmelshausen, seinem Werk und dem zeitgeschichtlichen Hintergrund, als Vorabinformation,  angelegt. Am Montag oder Dienstag werde ich dann diesen Thread ins Forum „Gemeinsames Lesen“ verschieben, womit dann der Startschuß gegeben wäre.

Gruß von Hubert

Offline Harald

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Februar 2004: Grimmelshausen: „Simplicissimus“
« Antwort #38 am: 1. Februar 2004, 21:58 »
Hallo Hubert,

Danke für Deine Recherche und die zahlreichen Links!

Ich werde, wenn ich die Zeit finde, parallel zum Simplicissimus eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges lesen. Das wird hoffentlich einiges zum Verständnis beitragen.

Gruß, Harald
Aktuell: Montaigne. G. E. Lessing. Dostojewski. Herman Melville.

Offline Hubert

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Titelkupfer
« Antwort #39 am: 3. Februar 2004, 07:41 »
Guten Morgen zusammen,

nachdem ich nun den Lesetipp „Grimmelshausen“ ins Forum „Gemeinsames Lesen“ verschoben habe, können ab sofort Eindrücke, Fragen usw. zum Simplicissimus gepostet werden.

Auffallend ist, dass der Roman, wie sonst bei Werken dieser Zeit üblich  (z.B. Cervantes’ Don Quixote) keine Vorrede enthält. Die Aufgabe dieser Vorrede wurde, davon geht man heute aus, auf das Titelkupfer übertragen. Diesem Titelkupfer soll der Leser, also den Zweck und die Absicht des Romans entnehmen. Umso ärgerlicher ist es, dass das Titelkupfer weder beim Hamburger Leseheft noch bei der dtv-Ausgabe abgebildet ist. Aber: es gibt ja das Internet. Beim Anklicken des letzten Links in meinem zweiten Posting im Thread „Grimmelshausen“ im Forum „Gemeinsames Lesen – Chronik“ erhält man das Titelkupfer (vom Projekt Gutenberg), es ist dieses seltsame Wesen, halb Mensch, halb Tier, das uns in ein aufgeschlagenes Buch blicken lässt. Was kann uns dieses Bild vorab über den Roman sagen?

Gruß von Hubert

Offline Hubert

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Versuch einer Deutung
« Antwort #40 am: 4. Februar 2004, 22:43 »
Hallo liebe Mitleser!

Das Titelkupfer ist (eine Besonderheit der Barockzeit) emblematisch angelegt: Die üblichen, formalen Bestandteile des Emblems sind Inscriptio (Überschrift), Pictura (Bild) und Subscriptio (Gedicht) Da Grimmelshausen zeichnerisches Talent hatte, ist anzunehmen, dass er den Entwurt für das Kupfer selbst zeichnete. Da auch bei Gutenberg nur Überschrift und Bild dargestellt sind, hier noch das Gedicht, das man sich direkt unter dem Bild vorzustellen hat:

Ich wurde durchs Feuer wie Phoenix geborn.
Ich flog durch die Lüfte! Wurd doch nit verlorn,
Ich wandert durchs Wasser, Ich reist über Land,
in solchem Umbeschwermen macht ich mir bekannt,
was mich oft betrübet und selten ergötzt
was war das? Ich habst in dies Buche gesetzt,
damit sich der Leser gleich wie ich itzt tue,
erntferne der Torheit und lebe in Ruhe.


Das abgebildete Wesen trägt eindeutig einen Satyrkopf  (Die Eselsohren sind dafür Erkennungszeichen seit der römischen Satire) und verweist somit auf den satirischen Charakter des Romans. Die Episoden des Romans werden möglicherweise (will ich aber noch beim Lesen überprüfen) durch die im aufgeschlagenen Buch abgebildeten Gegenstände angedeutet: Krone, Kanone, Würfel, Biene, Turm, Römerglas, Wickelkind (auf der linken Seite von oben nach unten), Narrenkappe, Schiff, Baum, Kröte (auf der rechten Seite, der Rest ist von mir nicht zu identifizieren)

Der Körper des Wesens könnte auf die vier Elemente hinweisen, das Monstrum hätte also wie auch das Gedicht andeutet beim „Umbschwermen“ „elementare“ Erfahrungen gemacht.
In der Grimmelshausen-Forschung wird es aber auch als Verkörperung des Fabelwesens gedeutet, welches Horatius zu Beginn seines literaturtheoretischen Lehrbriefs „Ars Poetica“ schildert. Mir persönlich erscheint die folgende Deutung am wahrscheinlichsten: Der Satyrkopf sitzt auf dem Körper einer mittelalterlichen Chimäre. In diese Tradition gestellt, verweist das Wesen auf moralische Verkommenheit, auf eine gottferne Seele. Das Bild zeigt also den inneren Seelenzustand des Romanhelden zu Beginn des Romans ohne beschönigende Masken (die am Boden liegen). Auch das Gedicht nimmt diese Deutung auf und verweist auf die im Buche zu findende Überwindung dieses Seelenzustandes. Das Titelkupfer stimmt so den Leser auf ein allegorisch-moralisches Verständnis der erzählten Handlung ein.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Deutung der Geste der linken Hand. In der Forschung wird sie meistens als Geste des „Hörneraufsetzens“ gedeutet. Mir persönlich (und auch diese Deutung ist in der Literatur zu finden) erscheint es eher als soll der Betrachter auf zwei der Gegenstände im Buch besonders aufmerksam gemacht werden. Der Zeigefinger deutet auf einen Baum, der kleine Finger auf das Wickelkind. Wenn man das Buch als Allegorie deuten will, würde das passen. Der Baum der Erkenntnis und das Kind in der Krippe, wären dann Sündenfall und Erlösung der menschlichen Seele im christlichen Sinn.

Lassen wir uns mal überraschen. Viel Spaß beim Lesen.

Hubert

Offline Atomium

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Film
« Antwort #41 am: 5. Februar 2004, 19:00 »
Hallo!

Danke Hubert, für die gute Dokumentation.
Ich habe gerade im www gesehehen, dass es eine Grimmelshausen-Verfilmung von 1975 gibt:
http://uk.imdb.com/title/tt0154064/

Kennt die jemand?

Gruß
Atomium

Offline JMaria

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Februar 2004: Grimmelshausen: „Simplicissimus“
« Antwort #42 am: 5. Februar 2004, 21:29 »
Hallo Atomium

ich habe die Verfilmung als Kind gesehen, da war ich ca. 12. Ich weiß fast gar nichts mehr, nur eine Szene blieb mir in Gedächtnis. Simplicissimus hatte starke Blähungen und konnte "luftablassen" mit Donnerhall, das fand ich natürlich als kleine Range total witzig *gggg*.

Ich kann mich auch nicht erinnern, daß es mal eine Wiederholung gab.

LG Maria
Aktuell:

Offline Atomium

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Anfang
« Antwort #43 am: 10. Februar 2004, 09:59 »
Hallo!

Ich habe nun angefangen mit der Lektüre.
Meine ersten Eindrücke:

Man kann dieses Buch nicht schnell lesen. Die Wortwahl, die vielen Hinweise auf die griechische Mythologie, die Bibel, Heilige, wollen alle verarbeitet werden.

Der Krieg wird innerhalb der ersten drei Kapitel in wenigen Worten so dargestellt, dass die Gräuel lebendig werden.

Die Teile in Dialekt sind gut verständlich. Vielleicht haben sich deutsche Dialekte weniger verändert als die Hochsprache? Simplicius' Vater spricht wohl so eine Art Rheinfränkisch (kann das sein - spricht man das im Spessart?), das mir sehr bekannt vorkommt. Auch das Niederdeutsch der plündernden, marodierenden, folternden, vergewaltigenden und brandschatzenden Soldaten ist gut zu verstehen, auch wen Simpl. es nicht versteht.

Bei der Darstellung von Simpl. Leben vor dem Krieg und seinen Tagen im Wald habe ich mich an einen Film erinnert, den ich vor einigen Jahren einmal gesehen habe, eine DDR-Produktion eines Grimmschen Märchens "Jorinde und Joringel". Der Film spielt während des Dreissigjährigen Kriegs in einem Wald. Der Film hat mich damals sehr beeindruckt. Falls Ihr die Gelegenheit habt, ihn zu sehen - empfehlenswert: http://www.kinderfilm-online.de/abkidneu/filmabc/page/inhalt/page/buch-j/jorinde.htm

Gruß
Atomium

Offline Atomium

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Wer liest hier mit?
« Antwort #44 am: 11. Februar 2004, 20:11 »
Hallo zusammen!

Ich fühle mich bisher einsam mit meinem Simplicius.
Oder gibt es doch noch jemanden, der schon angefangen hat?

Und Ihr anderen? Wann wollt Ihr mit dem Grimmelshausen beginnen?

Ich wüßte gerne, ob ich weiter so alleine vor mich hinlese (pfeif)
und noch nichts poste oder ob es doch noch jemanden gibt auf diesem großen Schlachtfeld.

Gruß von
Atomium