Moin, Moin!
Beklommen sah ich die Heerscharen der Gläubigen, denen sich, wenn man den Namen des Papstes ausspricht, von ganz allein die Augen nach oben drehen. (Christa Wolf an Charlotte Wolff, 17.5.1984)
Sehen Sie, hetereosexuelle Männer, die in den Stand der Ehe treten, sind wie Priester: Sie legen ein Keuschheitsgelübde ab, nur wird ihnen das anscheinend erst drei, vier, fünf Jahre später bewußt. (Philip Roth: Das sterbende Tier, S. 76)
... verlief ihre Geschichte bergab, zuletzt mit einem enormen Neigungswinkel. (Arnold Stadler: Der Tod und ich, wie zwei)
Vom Vorlesen des Weihnachtsevangeliums aus der Bibel wollten wir schon gar nichts wissen. Da waren wir alle, außer Mutter, schon ziemlich betrunken und warteten nur noch auf ein Zeichen zum Streit. Jedes Weihnachten war es so: ein Widerwort genügte, und das Fest fiel in sich zusammen. (Arnold Stadler: Der Tod und ich, wie zwei, S. 40)
Es gab Tage, da konnte sich Sebastian nur mit sehr konkret ausgestalteten Mordphantasien über Wasser halten. (Jakob Hein: Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht, S. 67)
Überhaupt kam Iris die Suche nach einem Mann wie ein Überlebenskampf im Treibsand vor. (Jakob Hein: Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht, S. 55)
Morgens fühle ich mich oft wie eine fluglahme Rohrdommel, die nur mit Mühe etwas krächzen kann. Dafür komme ich mir an sehr gelungenen Abenden wie eine unvergleichlich schöne Raubkatze vor. An den Tagen dazwischen fühle ich mich am ehesten wie irgendein Nutztier." (Jakob Hein: Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht, S. 38)
Blumenhandel ist noch eine Möglichkeit, wenn man gern sehr früh aufsteht, wenig Geld verdienen möchte, viel Geschmack und Ahnung von guten Blumen hat und möglichst noch keine Blumenkette einen Laden in der Nähe aufgemacht hat. (Jakob Hein: Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht, S. 28)
Alle sagen, diese kugelförmigen Gläser sind falsch für Goldfische, aber immer noch besser, als japsend auf der Anrichte zu liegen, da können sie jeden Goldfisch fragen. (Jakob Hein: Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht, S. 31)