Moin, Moin!
"Sollten Sie mit beiden Händen festhängen, haben Sie hoffentlich einen Freund in der Nähe."
und dann kann man nur noch hoffen, dass dieser Freund vorher auch genug getrunken hatte.
LOL. - Und damit meine Reply nicht ganz inhaltsleer wird, noch die letzten bibliomanen Zitate aus meinem Blog:
Hat einer das Originalzitat parat? “Baudelaire bemerkt einmal, daß auf einer gewissen Höhe des Geistes das Lesen idiotischer Bücher einen sublimen Genuß bedeuten kann.” (Heimito von Doderer: Die Dämonen)
Einander Liebe und Treue zu geloben, in guten wie in schlechten Zeiten, das war nicht weiter problematisch, aber problematisch wäre es zweifellos gewesen, wenn die Eheschließung die Aufforderung beinhaltet hätte, unsere Bibliotheken zu vermählen und Duplikate wegzuwerfen. (Anne Fadiman: Ex libris. Bekenntnisse einer Bibliomanin)
Der gewöhnliche Leser unterscheidet sich von Kritikern und Gelehrten. Er ist weniger gebildet, und die Natur hat ihn weniger freigebig begabt. Er liest zu seinem eigenen Vergnügen und nicht unbedingt, um Wissen zu vermitteln oder die Meinung anderer zu korrigieren. Vor allem aber leitet ihn das instinktive Bestreben, eigenhändig aus allem, was ihm zufällig in die Finger gerät, etwas Ganzes zu gestalten. (Virginia Woolf)
Die Mega-Mischkonzerne der Kommunikationsindustrie haben aus dem berüchtigten “Bilanzergebnis” eine Nilpferdpeitsche gemacht, die über den Köpfen und gebeugten Rücken der Lektoren geschwungen wird. (Sven Birkerts: Die Gutenberg-Elegien)
Nur allzu oft lesen wir seriöse Literatur mit derselben Hast wie die Morgenzeitung, mit Augen, die einfach nur den ungefähren semantischen Gehalt aus den Sätzen klauben und die Formulierungen zusammenstauchen wie die Balgfalten eines Akkordeons. (Sven Birkerts: Die Gutenberg- Elegien)
Die Sprache ist die Ozonschicht der Seele, und wir bringen uns selbst in Gefahr, wenn wir sie durchlöchern. (Sven Birkerts: Die Gutenberg- Elegien)
Wie jedesmal beim Einstieg in ein neues Buch mußte ich ein ziemlich kompliziertes Programm von Annäherungsschritten hinter mich bringen. Es ist mir nicht gegeben, die erste Seite eines Buches aufzuschlagen und einfach loszulegen. (Sven Birkerts: Die Gutenberg- Elegien. Lesen im elektronischen Zeitalter, S. 135)
Bücher waren für mich nicht nur Ideenlieferanten, sondern haben mich auch gezwungen, dem Denken Raum zu schaffen; sie haben bestimmte Formen des Nachdenkens unabweislich gemacht. (Sven Birkerts: Die Gutenberg- Elegien. Lesen im elektronischen Zeitalter, S. 146)
Jedes Buch, das ich durchgelesen aus der Hand lege, erneuert in mir das Gefühl, etwas für mein inneres Wachstums getan, an Einsicht oder Weisheit - und sei’s auch nur wenig - hinzugewonnen zu haben. (Sven Birkerts: Die Gutenberg- Elegien. Lesen im elektronischen Zeitalter, S. 144)
Wo bin ich, wenn ich lese? Ist das nicht ein anderer Ausdruck für die Frage: Was geschieht mit dem Hintergrundgemurmel des Bewußtseins, wenn die Sprache des Buchautors von uns Besitz ergreift? (Sven Birkerts: Die Gutenberg- Elegien. Lesen im elektronischen Zeitalter, S. 114)