Autor Thema: Altgriechisch im Cyber-Age?  (Gelesen 5755 mal)

Offline Bluebell

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Altgriechisch im Cyber-Age?
« am: 23. Februar 2004, 13:09 »
Hallo zusammen,

wenn es das Schicksal tatsächlich gibt, dann hat es mir gerade zugewunken. *g*
Ich war schon immer für Dinge wie Literaturwissenschaft, Philosophie oder auch Archäologie zu haben. Dementsprechend war Latein eines meiner Lieblingsfächer und geht mir auch ziemlich ab, seit meine schulische Laufbahn beendet ist (jetzt studiere ich Lebensmittel- und Biotechnologie).
Die Hoffnung, jemals in meinem Leben Altgriechisch zu lernen, habe ich bereits als Zehnjährige ad acta gelegt, als ich mich bewusst nicht für die einzige Schule in der Umgebung entschieden habe, wo diese Sprache unterrichtet wurde.
Und jetzt spricht mich plötzlich eine Freundin an und fragt mich, ob ich nicht mit ihr zusammen einen Altgriechisch-Kurs besuchen möchte - eben bei genau diesem Lehrer, der an besagter Schule unterrichtet! Also wenn das kein Zeichen ist!  :zwinker:

In meiner sehr praktisch veranlagten Familie werde ich allerdings schief angeschaut. Für meine spätere berufliche Laufbahn wird mir Griechisch wohl kaum etwas bringen, aber ich empfinde es trotzdem als persönliche Bereicherung. Es ist für mich einfach eine tolle Möglichkeit, das Gleichgewicht zwischen Technik, Natur- und Geisteswissenschaften wieder herzustellen, was bis jetzt nur durch exzessiven Büchergenuss in meiner Freizeit möglich war!  :breitgrins:

Was sagt ihr zu dem Thema? Ist es wirklich so verrückt, in der heutigen Zeit gleich zwei tote Sprachen zu lernen, wenn man von den lebenden nur (ziemlich gut) Englisch und (sehr lückenhaft) Spanisch kann?

Liebe Grüße,
Bluebell
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Offline Erika

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Altgriechisch lernen
« Antwort #1 am: 23. Februar 2004, 13:33 »
Hallo Bluebell,

schon James Bond wusste es: "Sag niemals nie!" Nun hast du also doch die Gelegenheit Altgriechisch zu lernen. Ich beneide dich um die Voraussetzungen: Kleine Lerngruppe, kein Prüfungsdruck!!!

Ich habe Altgriechisch an der Uni gelernt: Ein Kurs mit über 50 Leuten und in zwei Semestern zum Graecum.

Wenn du Lust hast, mache es einfach und schere dich nicht um das mangelnde Verständnis deiner lieben Mitmenschen. Jeder Mensch braucht ein Hobby und bei dir ist es eben das Sprachenlernen. Spanischlernen kannst du ja immer noch.

Herzliche Grüße
Erika

 :blume:
Wer Klugheit erwirbt, liebt das Leben und der Verständige findet Gutes.
Sprüche Salomo 19,8

Offline Harald

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Altgriechisch im Cyber-Age?
« Antwort #2 am: 23. Februar 2004, 18:17 »
Hallo Bluebell,

Ich könnte vor Neid erblassen - ich habe mich auch mit Altgriechisch beschäftigt, mehrere Anläufe genommen und es immerhin bis zur Übersetzung von Teilen aus Platos Symposion gebracht, mittlerweile aber vieles wieder vergessen. Ich habe mich sogar mit einer dritten "toten" Sprache beschäftigt - Sanskrit, das so tot übrigens gar nicht ist. Im Moment fehlt mir einfach die Zeit - ich schaffe es nicht einmal, mein Italienisch aufzubessern...

Du solltest Dir genug Zeit nehmen. Man kann das Graecum vielleicht in einem Jahr schaffen, muss dafür aber das ganze Jahr konzentriert arbeiten. Plane lieber zwei Jahre bis zur Lektüre. Auf längere Sicht kommt es mehr auf Selbstdisziplin als auf Enthusiasmus an.

Übrigens glaube ich, dass Griechisch, wenn man über die Anfangsschwierigkeiten hinweg ist, leichter als Latein ist.

Dass ich der Meinung bin, dass Griechisch sich lohnt, brauche ich wohl nicht mehr zu betonen... ich wünsche Dir viel Spaß beim Lernen!

Gruß, Harald
Aktuell: Montaigne. G. E. Lessing. Dostojewski. Herman Melville.

Offline elahub

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Altgriechisch im Cyber-Age?
« Antwort #3 am: 24. Februar 2004, 12:31 »
Hallo allerseits
Hallo Bluebell

Zitat
Was sagt ihr zu dem Thema? Ist es wirklich so verrückt, in der heutigen Zeit gleich zwei tote Sprachen zu lernen, wenn man von den lebenden nur (ziemlich gut) Englisch und (sehr lückenhaft) Spanisch kann?


Es ist niemals verrückt, lernen zu wollen und Sprachen zu lernen, eröffnet meiner Meinung nach Horizonte!!
Von toten Sprachen verstehe ich nicht viel, habe Latein "wahlfrei" gehabt an der Schule und mich nie so richtig begeistern können. Lag vielleicht auch am Lehrer .. :breitgrins:

Allerdings denke ich, es wird schwierig, da doch Sprache nur erlernt und verbessert werden kann, wenn sie auch angewandt wird. Oder ist das bei toten Sprachen anders? Werden die genutzt, indem alte Texte gelesen werden und verkümmern also auch nicht?

Das wäre schön, so habe ich die Angelegenheit noch nie betrachtet.

Wie sind Eure Erfahrungen da?

 :winken:

Daniela
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Offline Bluebell

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Altgriechisch im Cyber-Age?
« Antwort #4 am: 25. Februar 2004, 11:50 »
Danke Erika, Harald und Daniela! Ihr baut mich echt auf!  :bussi:

Zitat von: elahub
Allerdings denke ich, es wird schwierig, da doch Sprache nur erlernt und verbessert werden kann, wenn sie auch angewandt wird. Oder ist das bei toten Sprachen anders? Werden die genutzt, indem alte Texte gelesen werden und verkümmern also auch nicht?


Ich denke, das ist von Person zu Person verschieden. Ich habe mich in Latein im Gegensatz zu den meisten meiner Schulkollegen immer ausgesprochen leicht getan, man könnte fast sagen gespielt. Nach der Matura (Abitur) habe ich überhaupt nichts Lateinisches mehr übersetzt.
Kürzlich habe ich "Der Name der Rose" gelesen, und da kommen ja viele lateinische Zitate vor, die im Anhang übersetzt werden. Ich habe das als Hilfestellung betrachtet, um meine Kenntnisse wieder aufzufrischen, und war ziemlich schnell wieder in Übung - wenn auch natürlich nicht so gut wie damals, als ich dreimal pro Woche Texte von Caesar, Plinius oder Sallust übersetzt habe.

Wie schaut die Sache bei den anderen aus, die sich mit toten Sprachen auskennen?

Pfiat eink,
Bluebell
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Offline sandhofer

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Tote Sprachen?
« Antwort #5 am: 25. Februar 2004, 18:28 »
Hallo zusammen!
Hallo Bluebell!

Tote Sprachen? Welche Sprachen sind für Dich 'tot'? Kommt es nicht darauf an, ob Du sie brauchst, aktiv oder passiv?

Meine 'toten' Sprachen sind Schwedisch, Russisch und Dänisch; Sprachen, die ich mal gelernt habe und nun überhaupt nicht mehr brauche - weder aktiv noch passiv.

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline elahub

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Altgriechisch im Cyber-Age?
« Antwort #6 am: 25. Februar 2004, 22:53 »
Hallo allerseits
Hallo Sandhofer

Zitat
Tote Sprachen? Welche Sprachen sind für Dich 'tot'? Kommt es nicht darauf an, ob Du sie brauchst, aktiv oder passiv?


In der Schule habe ich gelernt und es auch später so erfahren, dass sogenannte "Tote Sprachen" die sind, die heute nicht mehr gesprochen werden, also z.B. Latein.
Das bedeutet nicht, dass sie bedeutungslos werden oder so, es geht rein um das Sprechen und wenn ich die Grundfrage richtig verstanden habe, gehört also auch Altgriechisch dazu.

Im Gegensatz dazu gibt es "Lebendigen Sprachen" und auch noch die künstlichen wie Esperanto und was es dergleichen mehr gibt.

 :winken:

Daniela
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Offline Hubert

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Tote Sprachen
« Antwort #7 am: 26. Februar 2004, 03:11 »
Hallo zusammen,

Daniela hat gepstet:
In der Schule habe ich gelernt und es auch später so erfahren, dass sogenannte "Tote Sprachen" die sind, die heute nicht mehr gesprochen werden, also z.B. Latein.
Meiner Meinung nach, beweist dies wieder einmal, dass in der Schule doch viel Unsinn gelehrt wird: Latein wird m.M. nach heute noch sehr oft gesprochen. Nicht nur auf Ärztekongressen, oder unter Theologen, sondern immer dann, wenn Englisch nicht mehr weiter hilft. M.M. nach wird Latein immer noch von mehr Menschen gesprochen, als z.B. Esperanto?

Gruß von Hubert

Offline Harald

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Altgriechisch im Cyber-Age?
« Antwort #8 am: 26. Februar 2004, 10:13 »
Hallo,

"Tote" Sprachen sind Sprachen, die nicht mehr als Muttersprache vorkommen (d.h. nur noch als Zweitsprachen, ob gesprochen oder nicht). Daher werden Latein und (Alt-)Griechisch m.E. zu Recht als tote Sprachen bezeichnet.

Gruß, Harald
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Offline sandhofer

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Tote Sprachen
« Antwort #9 am: 26. Februar 2004, 10:24 »
Hallo zusammen!

Ist dann nicht 'Hochddeutsch', 'Standard-Deutsch' oder wie immer Ihr das Ding nennen wollt, das wir z.B. hier im Forum benutzen, auch 'tot'? Eigentlich handelt es sich sogar um eine Totgeburt, da Hochdeutsch ursprünglich keinem gesprochenen und als wirkliche Muttersprache existierendem Dialekt entspricht, sondern ein Kunstprodukt aus sächsischer Kanzleisprache + Einsprengsel verschiedener Dialekte ist.

Hannoveraner behaupten zwar heutzutage, sie sprächen dieses Konstrukt wirklich als Muttersprache. Mag sein, ihr Niederdeutsch haben sie ja verloren. Hannoverander Deutsch wäre dann also der Golem, Frankensteins Monster ...

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Hubert

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Totes Latein
« Antwort #10 am: 26. Februar 2004, 10:25 »
Hallo Harald,

Du hast das jetzt ja richtig gestellt. So kann ich es auch akzeptieren. Latein ist eine "tote Sprache" weil es nirgens mehr als Muttersprache gesprochen wird, aber nicht, weil es nicht mehr gesprochen wird.

Gruß von Hubert

Offline Harald

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Altgriechisch im Cyber-Age?
« Antwort #11 am: 26. Februar 2004, 10:53 »
Hallo Sandhofer,

Zitat von: Sandhofer
Ist dann nicht 'Hochddeutsch', 'Standard-Deutsch' oder wie immer Ihr das Ding nennen wollt, das wir z.B. hier im Forum benutzen, auch 'tot'?


Ursprünglich vielleicht ja, aber inzwischen nicht mehr. Ich jedenfalls habe diese Sprache mehr oder weniger als Muttersprache gelernt, wenn auch das "Schriftdeutsch" einen starken Einfluss auf meine Ausdrucksweise gehabt hat, z.B. auch hier, wo ja geschrieben wird. Eine tote Sprache kann also durchaus wieder zum Leben erweckt werden, z.B. Ivrit (modernes Hebräisch)! Jetzt eine lebende Sprache im Sinne meiner Definition.

Gruß, Harald
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Offline sandhofer

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Frankensteins Monster
« Antwort #12 am: 26. Februar 2004, 12:00 »
Hallo zusammen!
Hallo Harald!

Hochdeutsch also doch Frankensteins Monster?!? (Patchwork-Language!) Ivrit hingegen müsste ein Golem sein ...

Tot? Lebendig? Wenn ich - was mir leider auch schon passiert ist - mit dem Auto auf der Strasse einen Igel überfahre, dann liegt der nachher tot im Strassengraben. Er fängt an zu stinken und zu faulen, und irgendwann und irgendwie hat ihn die Natur dann 'entsorgt': er ist verschwunden.

Es gibt sicher viele Sprachen, die 'tot' in diesem Sinne sind. Ich denke da z.B. an Indianer-Sprachen, wo die weissen Eroberer ganze Stämme auslöschten, ohne sich gross um deren Sprache oder Kultur zu kümmern. Von einigen haben wir Reste in Wörterbüchern - schon da würde ich nicht mehr behaupten, dass diese Sprachen wirklich 'tot' sind.

Latein und Alt-Griechisch, die einem typischerweise einfallen, wenn man den Begriff 'tote Sprachen' hört, sind m.E. alles andere als tot. Wer, wie ich, zuerst Latein und später Spanisch gelernt hat, wird schnell merken, wie lebendig Latein immer noch ist. Und wenn Alt-Griechisch 'tot' ist, obwohl ein paar Millionen immer noch dessen Weiterentwicklung sprechen, schreiben, lesen, träumen ... - dann ist auch Sandhofer 'tot'. Nämlich das Kind oder der Junge 'Sandhofer'.

Was ich sagen will: Es ist mir schon klar, was man üblicherweise unter 'tote Sprachen' versteht. Ich halte den Ausdruck aber für sinn-los. Die Sprache war nie 'lebendig' (wie du und ich, wie mein Hund oder wie jener Igel), also kann sie auch nicht 'tot' sein. Insofern macht es ebensoviel Sinn, Alt-Griechisch zu lernen wie Englisch, Aramäisch, Kurdisch oder Aztekisch. Es kommt, wie immer, darauf an, wozu und wie jemand die Sprache braucht.

Grüsse

Sandhofer
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Offline elahub

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Altgriechisch im Cyber-Age?
« Antwort #13 am: 26. Februar 2004, 22:58 »
Hallo allerseits

Zitat
Meiner Meinung nach, beweist dies wieder einmal, dass in der Schule doch viel Unsinn gelehrt wird: Latein wird m.M. nach heute noch sehr oft gesprochen. Nicht nur auf Ärztekongressen, oder unter Theologen, sondern immer dann, wenn Englisch nicht mehr weiter hilft. M.M. nach wird Latein immer noch von mehr Menschen gesprochen, als z.B. Esperanto?


Hubert, dass in der Schule manches Mal Unsinn geredet wird, bestreite ich bestimmt nicht. Allerdings kann ich auch nicht glauben, dass Latein noch gesprochen wird. Mit ziemlicher Sicherheit jedenfalls nicht von Theologen und auch bei Ärzten, selbst auf Kongressen, kann ich mir das nicht vorstellen. Wohl, dass lateinische Ausdrücke verwendet werden, aber nicht, dass lateinisch gesprochen wird. Auch wer Latein lernt, lernt nicht, sich lateinisch auszudrücken, sondern es wird "lediglich" übersetzt und zwar Latein/Deutsch.

Von Esperanto bin ich gar kein Fan und soweit ich weiß, wird es nur von Esperantoclubs verwendet, bei deren Treffen:)


Zitat
Hannoveraner behaupten zwar heutzutage, sie sprächen dieses Konstrukt wirklich als Muttersprache.


@Sandhofer, jetzt hast Du mich wirklich an einer empfindlichen Stelle getroffen. Ich bin zwar keine Hannoveranerin, lebe aber nur etwa eine Stunde (Auto) von dort entfernt und selbst bis hierher hat das klare, perfekte!! Hochdeutsch seine Auswirkungen noch.

Gern würde ich das Plattdeutsch aus unserer Gegend sprechen, aber selbst meine Eltern reden fast nur Hochdeutsch.
(An dieser Stelle ein kleiner Beweis, dass es auch Platt hier noch gibt:

"Din Öldern un de Öbrigkeit, dei sollste stets spektirn, denn mit din oll Rebelligkeit deist Du Di blos ruiniern" - Spruch in meinem Poesiealbum, eingetragen von meinem Onkel  :smile:


Zitat
Du hast das jetzt ja richtig gestellt. So kann ich es auch akzeptieren. Latein ist eine "tote Sprache" weil es nirgens mehr als Muttersprache gesprochen wird, aber nicht, weil es nicht mehr gesprochen wird.


Zitat
Latein und Alt-Griechisch, die einem typischerweise einfallen, wenn man den Begriff 'tote Sprachen' hört, sind m.E. alles andere als tot.


Hubert, egal, warum Du jetzt akzeptieren kannst, dass Latein eine "Tote Sprache" ist ... Diese Sprachen verändern sich nicht mehr und zwar weil sie nicht mehr gesprochen werden, muttersprachlich oder nicht, und deshalb sind sie "tot", im Sinne von unbeweglich.

Ein wesentliches Merkmal unserer Sprache, und das kann jede/r am besten an seiner / ihrer Muttersprache beobachten, ist, dass sie veränderlich ist, in Wort und Schrift.
Mögen uns diese Veränderungen gefallen oder nicht, sie finden merklich und unmerklich statt. Das ist auch gut so, denn schließlich ändern sich die Zeiten, die Menschen, die Gegenstände .....  :zwinker:


Zitat
Es kommt, wie immer, darauf an, wozu und wie jemand die Sprache braucht.


Genau so ist das !!  (Iste böyle,wie unsere türkischen Mitmenschen sagen :zwinker: )
Deswegen würde ich ja gern mal wissen, wo oder wie Alt-Griechisch angewendet wird, gibt es da bestimmte Literatur, die man in Alt-Griechisch lesen sollte oder so etwas? Wer kennt sich denn da nun wirklich aus?

liebe Grüße

 :winken:

Daniela
"Kunst und Unterhaltung sind verschwistert und keine Feinde." - John Irving

Offline sandhofer

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tote Sprachen
« Antwort #14 am: 27. Februar 2004, 08:00 »
Hallo zusammen!
Hallo Daniela!

Du schreibst:
Zitat
Hubert, egal, warum Du jetzt akzeptieren kannst, dass Latein eine "Tote Sprache" ist ... Diese Sprachen verändern sich nicht mehr und zwar weil sie nicht mehr gesprochen werden, muttersprachlich oder nicht, und deshalb sind sie "tot", im Sinne von unbeweglich.

Ich bin zwar nicht Hubert, möchte aber doch anmerken, dass
    a) der Vatikan ständig Latein anpasst und z.B. an die neuesten technischen Errungenschaften heranführt
    b) ich nach wie vor der Meinung bin, dass Latein, Alt-Griechisch & Co. nur in dem Masse 'tot' sind, wie die 4-jährige Daniela (aka elahub) 'tot' ist: Ein Entwicklungsstadium, das Du hinter dir gelassen hast
    c) ich den Gebrauch von 'tot' für eine Sprache für unsinnig halte
    d) genau dieser Gebrauch einen dazu verführt, in Alt-Griechisch oder Latein nur einen am Strassenrand der Menschheitsgeschichte verwesenden Kadaver zu sehen.[/list:u]
Zitat
Deswegen würde ich ja gern mal wissen, wo oder wie Alt-Griechisch angewendet wird, gibt es da bestimmte Literatur, die man in Alt-Griechisch lesen sollte oder so etwas? Wer kennt sich denn da nun wirklich aus?

Homer, Platon, Aristoteles, Euripides, Sophokles, Aischylos, Sappho, Archilochos, die Septuaginta ...

Grüsse

Sandhofer
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