Autor Thema: Fantasy-Klassiker  (Gelesen 3772 mal)

Offline sandhofer

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Definition
« Antwort #15 am: 10. März 2004, 21:19 »
Hallo zusammen!

Entschuldigung, Steffi, ich habe ganz vergessen, zu sagen, dass ich Deine Definition von 'Fantasy' für äusserst gelungen, brauchbar und richtig halte. Ich werde sie in Zukunft übernehmen, wenn Du nichts dagegen hast.  :smile:

Grüsse

Sandhofer
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Grisel

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Fantasy-Klassiker
« Antwort #16 am: 11. März 2004, 11:09 »
Hi!

Ohne mich in Eure Diskussion einmischen zu wollen, nur der Vollständigkeit halber:

Zitat von: Steffi

Leslie Barringer  Joris vom Felsen (erschienen 1928)


Das ist Teil einer Trilogie, des sog. "Neustrischen Zyklus":
Gerfalke/Gerfalcon (1927)
Joris vom Felsen/Joris of the rock (1928)
Die scheue Leopardin/Shy leopardess (1948)

Sehr schön! Keine Ahnung, wo man es eingliedern will, aber es ist wohl vergleichbar dem Buch "Die Kinder der Finsternis" von Wolf von Niebelschütz, nur daß es bei Barringer gar keine historischen Personen gibt.

Bye,

Grisel

Offline sandhofer

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x = y
« Antwort #17 am: 11. März 2004, 13:55 »
Hallo zusammen!

Zitat von: Grisel
Zitat von: Steffi

Leslie Barringer  Joris vom Felsen (erschienen 1928)


Das ist Teil einer Trilogie, des sog. "Neustrischen Zyklus":
Gerfalke/Gerfalcon (1927)
Joris vom Felsen/Joris of the rock (1928)
Die scheue Leopardin/Shy leopardess (1948)

Sehr schön! Keine Ahnung, wo man es eingliedern will, aber es ist wohl vergleichbar dem Buch "Die Kinder der Finsternis" von Wolf von Niebelschütz, nur daß es bei Barringer gar keine historischen Personen gibt.l


Aha. Nun habe ich leider eine Gleichung mit 2 Unbekannten, quasi x = y. Kann man die beiden mit Robert Kraft vergleichen?

Grüsse

Sandhofer
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Anonymous

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Re: x = y
« Antwort #18 am: 11. März 2004, 14:31 »
Hi Sandhofer!

Zitat von: sandhofer

Aha. Nun habe ich leider eine Gleichung mit 2 Unbekannten, quasi x = y. Kann man die beiden mit Robert Kraft vergleichen?


Tja, bedauerlicherweise steht Robert Kraft bei mir für die Unbekannte z. Bei einer kurzen unergiebigen Recherche habe ich ihn als mit Karl May verglichenen Abenteuerromanschriftsteller entdeckt. Wenn ich ihm damit unrecht tue, bitte ich um Vergebung.

Barringer und Niebelschütz haben quasi-historische Romane aus dem Mittelalter geschrieben, nur daß ihre Länder Erfindung sind. Barringers Romane spielen in einem Land namens Neustrien, das wohl für Frankreich um 1200 steht. Ich glaube sogar, die Nachbarländer wie England oder Italien, etc. heißen tatsächlich so, bin mir aber nicht sicher.
Niebelschütz schreibt über Kelgurien, das für die Provence im 12. Jahrhundert steht. Nur ist der Rest der Welt immer noch mehr oder weniger der gleiche, so tritt zB Kaiser Friedrich I Barbarossa auf.

Soweit ich mich erinnern kann, sind die Fantasie-Länder der einzige "fantsastische" Aspekt dieser Werke.

Vergleichen könnte man sie wohl noch mit den Romanen von Guy Gavriel Kay (alles von ihm außer "Fionavar") oder Max Kruse (Schattenbruder - Hazard der Spielmann), aber ich nehme an, die kennst Du auch nicht. Hm, sonst fällt mir jetzt kein Vertreter dieser Art Literatur ein, also schreiben über erfundene Länder, deren historisches Vorbild aber ganz klar und vom Autor gewollt identifizierbar ist.
Sonst jemandem?

Bye,

Grisel

Offline sandhofer

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Re: x = y
« Antwort #19 am: 11. März 2004, 15:56 »
Hallo Grisel
Zitat von: Anonymous
Tja, bedauerlicherweise steht Robert Kraft bei mir für die Unbekannte z. Bei einer kurzen unergiebigen Recherche habe ich ihn als mit Karl May verglichenen Abenteuerromanschriftsteller entdeckt. Wenn ich ihm damit unrecht tue, bitte ich um Vergebung.

Unrecht tut der Vergleich eher Karl May, der um einiges imaginativer und besser war.

Zitat
Barringer und Niebelschütz haben quasi-historische Romane aus dem Mittelalter geschrieben, nur daß ihre Länder Erfindung sind. [...]

Soweit ich mich erinnern kann, sind die Fantasie-Länder der einzige "fantsastische" Aspekt dieser Werke.

[...] also schreiben über erfundene Länder, deren historisches Vorbild aber ganz klar und vom Autor gewollt identifizierbar ist.


Das klingt nun wieder nach dem 'jungen' Karl May ...

Grüsse

Sandhofer
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Anonymous

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Re: x = y
« Antwort #20 am: 11. März 2004, 16:28 »
Hi Sandhofer!

Zitat von: sandhofer

Das klingt nun wieder nach dem 'jungen' Karl May ...


Hm, ich habe nur zwei Karl Mays unbestimmten Alters gelesen, und das vor ca. 100 Jahren. Leicht übertrieben.  :smile:
Der Vergleich paßt nur dann wenn der "junge Karl May" wunderschöne Geschichten in ebensolcher Sprache geschrieben hat, und sie mit äußerst lebendigen und gut ausgearbeiteten Figuren gefüllt. Du siehst meine Skepsis angesichts dieses Vergleichs.

Bye,

Grisel

Offline Dyke

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Fantasy-Klassiker
« Antwort #21 am: 11. März 2004, 19:28 »
Hi zusammen,

als ausgesprochener Liebhaber der phantastischen Literatur melde ich mich einmal wieder.

Meines Wissens wurde der Ausdruck „Phantastische Literatur“ im Zusammenhang mit der „Schwarzen Romantik“ geboren.

Er bezeichnete Geschichten, in deren Realität plötzlich das Unheimliche, Irrationale, Übernatürliche, handelnd eingreift, sei es nur in traumhaften Visionen.

Daraus wurden der „Schauerroman“ bzw. die „Gothic novel“

Bekannte Vertreter sind u.a. E.T.A. Hoffmann, Gustav Meyrink, Edgar Allan Poe, Nathaniel Hawthorne, Ambrose Bierce, Guy de Maupassant, Gerard de Nerval, Nikolai Gogol.

Aus dieser Tradition entwickelten sich, meiner Meinung nach, durch Hervorhebung einzelner Elemente des Phantastischen die heutige meistens genutzten Genres „Horror“, „Fantasy“, „Science Fiction“, der „magische Realismus“ der Südamerikaner. Auch große Teile des Surrealismus wurzeln in dieser Tradition. Ich benutze „Phantastik“ immer noch als übergreifendes Genre in meiner persönlichen Kategorisierung.

Ein hervorragenden Überblick geben „Die Meisterwerke der phantastischen Weltliteratur“ hrsg. von Jorge Luis Borges in der Edition Weitbrecht, die für mich heute noch ein Garant für gute „Phantastik“ ist.
Es gibt viele Autoren, die auch heute so genreübergreifend schreiben, dass sie keinem eindeutig zuzuordnen sind, wie H.P. Lovecraft, Algernoon Blackwood. Ray Bradbury, Ursula K. Le Guin, Stephen R. Donaldson, Mark Helprin und ganz neu auf der Bildfläche China Meville.

Die Fantasy wird zwar meist mit J.R.R.Tolkien in Verbindung gebracht, aber William Morris hat schon früher „Fantasy“ geschrieben (heute eher als Urvater der Grünen bekannt) und wahrscheinlich kam der Begriff (wie so häufig) aus den USA mit Robert E. Howards „Conan“. Vorher ist mir der Begriff in Deutschland (auch bei HdR) nicht über den Weg gelaufen.

Ein großes Verdienst für die Verbreitung von anspruchsvoller „Phantastik“ und/oder „Fantasy“ gebührt immer noch dem Klett-Cotta-Verlag mit seiner Hobbit Presse, in der neben Tolkiens Werke viele „Klassiker“ herausgebracht wurden. Und natürlich dem Fischer TaBu-Verlag, der in seiner Reihe „Bibliothek der phantastischen Abenteuer“ für einige Zeit einige Perlen den deutschen Lesern zugänglich machte.

Ich weiß zwar, das viele Definitionen es anders als ich sehen, aber bisher war mir keine schlüssig genug, um sie zu übernehmen. Ich halte auch nicht viel davon, Werke, die entstanden, als es noch keine detaillierte Genre-Einteilung gab, nachträglich mit Gewalt in etwas hineinzupressen. Darum beginnt für mich auch die SF (hieß übrigens am Anfang im Deutschen „utopisch-phantastische Literatur“) mit Jules Verne und nicht mit Thomas Morus.  

Wenn’s interessiert kann hier eine Definiton der SF bzw. Fantasy nachlesen

http://www.epilog.de/sf/Encyclopedia/Index.html

und bei http://www.wissen.de

gibt es unter "fantastische Literatur" auch einige interessante Definitionen dazu.

LG Dyke
Dykes Tipps zu Literatur und Buch im Radio
wöchentlich neu unter
http://www.buecher4um.de/DykeTipp.htm

Offline sandhofer

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Phantisatischer May ;-)
« Antwort #22 am: 11. März 2004, 21:06 »
Hallo zusammen!

@Grisel
Du schreibst:
Zitat
Der Vergleich paßt nur dann wenn der "junge Karl May" wunderschöne Geschichten in ebensolcher Sprache geschrieben hat, und sie mit äußerst lebendigen und gut ausgearbeiteten Figuren gefüllt.

Mag sein, dass auch dieser Vergleich Karl May Unrecht tut.  :zwinker:  Ich weiss zwar nicht, was Du genau unter "wunderschöne Geschichten in ebensolcher Sprache" verstehst, der 'junge' May hat aber sicher äusserst schöne Geschichten geschrieben, dies in einer äusserst lebendigen Sprache.

@Dyke
Du schreibst:
Zitat
Ich benutze "Phantastik" immer noch als übergreifendes Genre in meiner persönlichen Kategorisierung.

Ich hätte weiter oben wohl auch besser "über" statt "neben" geschrieben. Deine Defintion gefällt mir ausgezeichnet.

Einige Bücher aus Borges Edition zieren auch meine Bilbliothek.

Danke für den Namen Robert E. Howards. Ich wusste, irgendwo fehlt mir ein Name in meiner Liste ...
Zitat
Darum beginnt für mich auch die SF (hieß übrigens am Anfang im Deutschen "utopisch-phantastische Literatur") mit Jules Verne und nicht mit Thomas Morus.

Science Fiction 'utopische' Literatur zu nennen, war für mich der Fehlgriff der deutschen Verlage in den 50ern. 'Utopische' Romane beschäftigen sich mit politisch-sozialen Phänomenen, Space Operas u.ä. gehören da wirklich nicht hinein.

Vielen Dank auch für die Links.

Grüsse

Sandhofer
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Offline Steffi

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Re: Definition
« Antwort #23 am: 12. März 2004, 18:04 »
Hallo zusammen !


Zitat von: sandhofer

Entschuldigung, Steffi, ich habe ganz vergessen, zu sagen, dass ich Deine Definition von 'Fantasy' für äusserst gelungen, brauchbar und richtig halte. Ich werde sie in Zukunft übernehmen, wenn Du nichts dagegen hast.  



Diese Definition stammt nicht von mir, ich habe sie auch vor einigen Jahren irgendwo gelesen.

@Dyke: Danke für deine, wie immer, ausführliche Antwort. Ich wußte doch, dass ich etwas vergessen hatte - "Conan"  :zwinker:
Die Fischer-TB-Reihe habe ich damals genossen und auch etliches davon im Regal (u.a. auch o.g. Zyklus von Barringer).

Gruss von Steffi
Gruß von Steffi