Hallo kang,
vielen Dank für die Information! Für mich ist es leider zu weit, aber wenn Du hingehst: Würdest Du hier darüber berichten?
Liebe Grüße
nimue
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Hoi zusammen.
3. Juni 2002 besuchte ich eine Lesung von Pramoedya Anan Toer (Ein
Indonesische Schriftsteller) in Literaturhaus, Zürich.
Er wurde von seiner übersetzerin begleitet.
Seine begrüssung Rede war sympatisch:
Bevor er redet, fragte er zuerst:
"Ist das jetzt schon Abend oder noch Mittag?". (Lachten alle zuschauer
natürlich, obwohl es ist schon 20.00 Uhr, aber der Himmel war noch hell.
Bei uns in Indonesien, wir haben immer gleiche Zeit, die Sonnenuntergang
ist immer um 06.00 Uhr und die Sonnenuntergang ist immer um 18.00 Uhr)
Die zusachauer antworteten wie ein Chor "Abend".
Dann sagte er:
"Ich habe keine Ahnung von der Schweiz, weil als ich noch in die
Grundschule war, lernte ich nur über Holländ, Frankreich und England. Als
ich die Einladung von der Schweiz bekam, war ich noch krank, deswegen
brauchte ich 2 Monate lang zu überlegen. Und als ich in der Schweiz
gekommen war, habe ich meine Kopf geschüttelt.... Überall ist grün... Das
Wasser ist sehr sauber, ohne Abfall... Der Verkehr ist geregelt. Ich
respektiere die Schweizer/innen".
Er las seinem Brief, dieser Brief ist eigentlich für seiner Tochter, weil
sie heiraten will. Dieser Brief war wie einem historische Brief, weil er
schrieb über seine Weg mit andere 800 politische Gefangene mit dem Schiff
nach Insel Buru. Aber dieser Brief war nie einmal bei seiner Tochter
gekommen. Insel Buru is in der nähe von Malukun, wo die politische
Gefangene dort lange Jahre geblieben waren ohne Verdacht und Prozess. Buru
insel ist ähnlich wie Gulag in Rusland oder Juventus Insel in Kuba.
Die Diskussion war interessant. Es gab gemische zuschaer zwischen
Indonesier und Schweizer:
Frage: Darf man in Gefängnis lesen?
Antwort: Bei Holländische Kolonial war ich in Gefängnis, aber man kann doch
nicht nur lesen sondern schreiben. Im Gegenteil bei Soeharto Regime, ich
sah, jemand eine kleine Stück Zeitung gelesen hat, und er wurde seine Hände
gebunden und nächste Tag war schon Tod im Fluss.
Frage: Wie können Sie ihre Manuskripten publizieren?
Antwort: Ich schmuggele an Boatmann.
(Ich erinnere mich an Dr.Chivago Buch)
Frage: Ob Ihre familie leidet?
Antwort: 2 Woche nach dem grosse Krawalle, (President Soeharto war gegen
Kommunisten und totet ca. 2 Millionen unschuldigen Menschen). Meine Frau
und Tochter könnten nicht unsere eigene Haus besuchen. Mein Haus ist immer
noch gesperrt bis heute. Wir übernachten von eine familie zum andere
Familie, wir haben keine Kleidung mehr.
In diese Diskussion fragte ich auch:
"Ich habe einen Artikel gelesen, dass Sie einmal Günther Grass in Hamburg
besucht und Sie bekam ein gemalte Bild aus Grass und als Grass 1999 Nobel
bekam, lasen Sie eine Rede für Grass bei Goethe Institut in Jakarta. Und
Meine Frage: Was fühlen Sie sich eigentlich so lange Jahre als
Nobelpreisträger kandidat, aber bis heute haben Sie noch nicht dem Nobel
bekommen?
Seine Antwort:"Ich erwarte nich von aussen".
NZZ (Neue Zürcher Zeitung) 3. Juni hat ein Gespräch mit Pramoedya gemacht.
Am interessantesten Gespräch war:
NZZ: Hatten Sie ausser Widerstand noch andere Beweggründe zum schreiben?"
Antwort: Natürlich. Es sind im Grunde einfache Gedanken: Wahrheit,
Gerechtigkeit und Parteinahme für die Schwachen. Ich versuche, etwas zur
Aufklärung und politischen Bildung meiner Landsleute beizutragen. Das
klingt hier in Europa vielleicht ziemlich verstaubt und man mag es
belächeln. Aber Indonesien hat eben keine Tradition der Demokratie wie die
europäischen Staaten. Wenn die Politiker nicht die Interessen des Volkes
wahrnehmen, müssen es die Schriftsteller tun. So sehe ich das nach wie vor.
Also, ich schreibe schon genug lang und ab und zu schaue ich bei Wörterbuch
nach.
Ich möchte euch empfehlen seine Bücher zu lesen:
Die drei ersten Bände der Buru-Tetralogi:
1.Garten der Menschheit,
Übersetzung von Brigitte Schneebeli, Express Edition Berlin 1984 und
Rowohlt TB Reinbek 1987, beide bergriffen.
2.Kind aller Völker,
Übersetzung von Brigitte Schneebeli, Strom Verlag Luzern 1990 und
Unionsverlag TB Zürich 1994.
3.Spur der Schritte,
Übersetzung von Giok Hiang Gornik, Horlemann Verlag Bad Honnef 1998.
Erscheint im Herbst 2002 als TB beim Unionsverlag Zürich.
4.Die Familie der Partisanen,
Übersetzung von Diethelm Hofstra, Horlemann Verlag Bad Honnef 1997.
5.Mensch für Mensch,
Übersetzung von Diethelm Hofstra, Horlemann Verlag Bad Honnef 1993.
6.Spiel mit dem Leben,
Übersetzung von Doris Jedamski und Thomas Rieger Rowohlt TB Reinbek 1990,
vergriffen.
7.Stilles Lied eines Stummen,
Aufzeichnungen aus Buru, Übersetzung von Diethelm Hofstra, Horlemann verlag
Bad Honnef 2000
8.Die Braut des Bendoro,
Übersetzung von Diethelm Hofstra, Horlemann Verlag Bad Honnef 2001.
Ciao
kb