Mit dem Tolstoj (Auferstehung) bin ich fertig und lese nun etwas Zeitgenössisches:
Sasa Stanisic (auf die südslawischen Sonderzeichen muss ich leider verzichten): Wie der Soldat das Grammofon repariert
Ein junger bosnischer Autor, der aus Kriegsgründen mit seiner Familie nach Deutschland emigrierte und auf Deutsch schreibt, und das furios!
Die ersten Seiten, die ich bisher nur gelesen habe, sind ganz wunderbar: sprachlich originell und lustig, aber so, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Der Autor arbeitet mit Kontrasten, Chiasmen, Parataxen, die absichtlich unverbunden sind usw. Das klingt anstrengend, ist es aber nicht, weil sich jede Sprachfigur unmittelbar in den Dienst der Aussage stellt. Ihr seht: Bisher hat`s mich wirklich begeistert, aber das geht mir oft so mit einem neu angefangenen Buch. Ich hoffe, dass die Ernüchterung ausbleibt.
finsbury