Gestern "Gegen die Wand" gesehen. Der Regisseur erzählte mal derb, der Film sei ein Pickel gewesen, den er ausdrücken musste. Dann im Film haufenweise Gewalt, Sex, Drogen usw..
Aber nicht nur die Musikszenen zwischendrin, eine Türkei-Folkloreband spielt ein (scheinbar?) uraltes türkisches Lied, pathetisch und ewiggültig über Liebe, Leid usw.. Auch die bösen, alle Protagonisten haben menschliche Züge, die Wendungen sind überraschend und ebenfalls glaubhaft. Hat für mich alles irgendwie etwas von einer Tragödie. Zwischen drin finden sich auch einfach komische Dialoge.
Dann steckt noch eine schöne Studie der verschiedenen Immigrantentypen drin. Einmal der integrierte Gammler, der sein Türkisch "weggeworfen" hat, dann die in ihr ideologisches Ghetto, die letztlich von ihnen verzehrte Tradition Geflüchteten (deren Ehrepopanz und Antimenschlichkeit, wenn auch fair, vorgeführt wird), der durch Scheinheirat Eingewanderte erster Generation und irgendwie auch der dann wegen Staatsangehörigkeitsbürokratie abgeschobene, zum Deutschen sozialisierte.