Autor Thema: Lieblingsfilme der letzten Jahre  (Gelesen 11583 mal)

Offline lebenszeichen

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Lieblingsfilme der letzten Jahre
« Antwort #45 am: 26. Februar 2006, 20:22 »
ich habe ein tom-hanks-faible, also zählen natürlich "forrest gump" und "the green mile" zu meinen lieblingsfilmen. ich mag ebenfalls auch diverses aus der französischen fraktion, allen voran "die fabelhafte welt der amélie" und "les choristes" alias "die kinder des monsieur mathieu", vor allem wegen der musik... etwas, was ich bestimmt über zehn mal gesehen habe, ist "brust oder keule" mit louis de funes. einfach schöner humor, viel feinsinniger, nicht dieser hau-drauf-humor.
spring ihr doch nach! aber du hast angst, das glas zwischen dir und den anderen könnte zerbrechen. du hältst die welt für eine schaufensterauslage.

Offline rezk

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Lieblingsfilme der letzten Jahre
« Antwort #46 am: 26. Februar 2006, 20:34 »
Zitat
Einer meiner derzeitigen Lieblingsfilme ist Pi[1], ist in schwarz/weiß gedreht, entspricht darin also dem typischen Klischee eines gewollt künstlerischen Filmes. Macht hier aber nichts, wozu auch die stimmige elektronische Musik beiträgt (Massive Attack, Aphex Twin u.a.). Ist recht billig produziert, glaub 60.000 Dollar oder so hat der Regisseur aufgetrieben.
Handelt von einem Mathematiker, der gleichsam auf einem Pythagoras-Trip ist und meint die Welt könnte mit Mathematik erklärt werden. Typ ist von dieser Idee völlig besessen, der absolute Soziopath, haut sich Medikamente aller Art rein und kommt dem Wahnsinn immer näher, im Laufe des Films trifft er auf skurrile Nebenmenschen, die da schon wesentlich weiter sind.
Stärke des Films liegt darin, dass der Regisseur sich anständig über sein Thema informiert hat, und dass er meist wohl nur in Musikvideos zu findenden Techniken benutzt um Langweiliges abzukürzen, oder auch dass er Visionen und Träume in die Geschichte einbindet, das ganze aber nie zum Selbstzweck wird.
Ist mitunter beklemmend, an einer Stelle wohl brutal, insgesamt sicher etwas verstörend.

1: http://www.pithemovie.com/


Danke für den Tipp! Habe ihngleich auf meine Liste der zu sehenden Filme bei tvinfo gesetzt...
"Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg, was wir Weg nennen ist zögern" (F. Kafka)

Offline Stoerte

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Lieblingsfilme der letzten Jahre
« Antwort #47 am: 12. März 2006, 18:51 »
Gestern "Gegen die Wand" gesehen. Der Regisseur erzählte mal derb, der Film sei ein Pickel gewesen, den er ausdrücken musste.  Dann im Film haufenweise Gewalt, Sex, Drogen usw..
Aber nicht nur die Musikszenen zwischendrin, eine Türkei-Folkloreband spielt ein (scheinbar?) uraltes türkisches Lied, pathetisch und ewiggültig über Liebe, Leid usw.. Auch die bösen, alle Protagonisten haben menschliche Züge, die Wendungen sind überraschend und ebenfalls glaubhaft. Hat für mich alles irgendwie etwas von einer Tragödie. Zwischen drin finden sich auch einfach komische Dialoge.
Dann steckt noch eine schöne Studie der verschiedenen Immigrantentypen drin. Einmal der integrierte Gammler, der sein Türkisch "weggeworfen" hat, dann die in ihr ideologisches Ghetto, die letztlich von ihnen verzehrte Tradition Geflüchteten (deren Ehrepopanz und Antimenschlichkeit, wenn auch fair, vorgeführt wird), der durch Scheinheirat Eingewanderte erster Generation und irgendwie auch der dann wegen Staatsangehörigkeitsbürokratie abgeschobene, zum Deutschen sozialisierte.

Offline lebenszeichen

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Lieblingsfilme der letzten Jahre
« Antwort #48 am: 22. März 2006, 21:55 »
ich habe gestern "alexis sorbas" gesehen. der film ist schon recht alt, schwarz-weiß, und die musik kennt sicher jeder, dieser typische sirtaki... einfach göttlich, das ist ein wahrer überlebenskünstler nach dem motto "heiter scheitern"... philosophisch auch, und zugleich einfach motivierend, lebensfreude induzierend... einfach empfehlenswert. vielleicht hat ja jemand lust, das gleichnamige buch von nikos kazantzakis zu lesen, nach dem der film gedreht wurde.
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Offline ThomasBernhard

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Lieblingsfilme der letzten Jahre
« Antwort #49 am: 23. März 2006, 01:20 »
Naja, reine gute Laune machen soll der Film (Alexis Sorbas) ja nun auch wieder nicht.

Daß sich die beiden Lebenskünstler nicht gegen die griechischen Dorf-Machos durchsetzen können und die öffentliche Ermordung der Irene Papas nicht verhindern können, zieht genau so runter wie das würdelose Ableben der Madame Hortense. Diese schonungslos pessimistische Darstellung des oberflächlich christianisierten aber archaisch brutal patriarchalischen Dorflebens erinnert mich mal wieder, daß das Buch "Christus kam nur bis Eboli" noch auf meiner Wunschliste steht.

Aber ansonsten ist der Film natürlich wunderbar und doch beglückend. Da geb ich Dir ganz recht.

Gruß, Markus

Offline lebenszeichen

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Lieblingsfilme der letzten Jahre
« Antwort #50 am: 23. März 2006, 17:52 »
Zitat
Naja, reine gute Laune machen soll der Film (Alexis Sorbas) ja nun auch wieder nicht.


das wollte ich auch gar nicht sagen, diese tiefpunkte haben mich auch nicht unberührt jelassen, die lynchung der witwe sogar entsetzt. dieses trotzdem-weitermachen-können, was seinen höhepunkt am ende erreicht, hat mich aber dann durchaus positiv eingestellt aus der vorführung entlassen.
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Offline rezk

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....
« Antwort #51 am: 8. April 2006, 14:17 »
"die ratten" von siodmak mit der schell und curd jürgens nach dem stück von hauptmann...
Kennt den zufällig jemand? Kam gestern auf ZdfTheaterKanal.
wie ich fand eine sehr gute kameraführung und zum teil sehr entlarvende dialoge.
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Offline lebenszeichen

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Lieblingsfilme der letzten Jahre
« Antwort #52 am: 23. April 2006, 14:10 »
vor ein paar tagen habe ich die verfilmung von "einer flog über das kuckucksnest" mit jack nicholson gesehen. dieser film zählt zu den - wie nenne ich es bloß - zwiespältigsten filmen, die ich je gesehen habe, er lag mir recht lange und schwer im magen. vielleicht geht es da nur mir so, da ich auch ein paar erfahrungen mit dem milieu habe, aber ich bezweifle es.

macmurphy hat tatsächlich etwas dionysisches, etwas lebensfreudiges, eben der grashalm zwischen den pflastersteinen. es ist tragisch, wenn solche menschen aus sich selbst heraus scheitern, aber dass jene umwelt, die eigentlich zu seinem besten dienen sollte, ihn letztendlich lebensunfähig gemacht hat, und zwar auf eine nicht mehr rückgängig zu machende weise, hat mich ziemlich mitgenommen. ich weiß nicht, ob das verständlich genug war. was solls.
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