Autor Thema: Bücher von der Süddeutschen Zeitung  (Gelesen 4349 mal)

Yvonne

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Bücher von der Süddeutschen Zeitung
« am: 22. April 2004, 17:07 »
Hallo zusammen,

ja, ja ich weiß es gibt schon Ordner zu diesem Thema, aber leider kann ich dort ohne Passwort nichts reinschreiben. Meine Frage zu diesen Büchern lautet: Ist es wirklich für euch akzeptabel billige Bücher für 4,90 Euro im Regal stehen zu haben, die auf Schutzumschlag, Bucheinband und zusätzlich nochmals auf den Innenseiten jeweils mehrmals SÜDDEUTSCHE ZEITUNG gedruckt haben. Oder ist es nicht doch besser den regulären Verlagspreis für die Bücher zu zahlen. Stellt ihr euch demnächst auch Bücher für 3,90 ins Regal die dann aber rundum mit TSCHIBO oder MARLBORO bedruckt sind, oder wo ist da die Grenze für euch. Vielleicht könnte man ja eine Serie der schönsten Liebesromane die rundum mit "0190 .... -Nummern" bedruckt sind akzeptieren, wenn der Band nur 2,99 Euro kostet?

Liebe Grüße

Yvonne, die sich dieses Jahr statt 50 Büchern lieber nur 10 zulegt und dafür Bücher und keine Werbeträger im Regal stehen hat.

Peter Pan

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Bücher von der Süddeutschen Zeitung
« Antwort #1 am: 22. April 2004, 17:46 »
Hallo Yvonne

warum nicht, wenn mein Geldbeutel dadurch länger hält.

tchüss

Peter Pan

Offline sandhofer

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Werbung
« Antwort #2 am: 22. April 2004, 19:36 »
Hallo zusammen!
Hallo Yvonne!

Na ja, bei jedem Taschenbuch steht aussen mehrere Male der Verlagsname aufgedruckt. Erst bei gebundenen Ausgaben werden die Verlage ein bisschen dezenter.

Ich kaufe - nach Möglichkeit - gebundene Ausgaben. Nicht wegen der Werbung, sondern wegen der Haltbarkeit.

Und die SZ-Reihe werde ich auch nicht kaufen. Auch nicht wegen der Werbung. Mangels Interesse.

Was bitte ist Tchibo? Was Marlboro ist, weiss ich - aber ich rauche nur Zigarren ... :bang:

Grüsse

Sandhofer
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Offline Berch

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Bücher von der Süddeutschen Zeitung
« Antwort #3 am: 23. April 2004, 00:20 »
Hi Sandhofer: Tschibo ist hier eine ehemalige Kaffeehauskette, die sich mehr und mehr darauf versteift so ziemlich alles in wöchentlich variierenden Aktionswochen zu verkaufen. Sind dann immer so Themenbereiche wie: Heim und Garten, Küchengeräte, Sport&Fitness, Modeschmuck, etc. Auch zu finden unter tschibo.de. Habe mich aber letztens davon überzeugen können, daß sie immer auch noch Kaffee im Angebot haben, zwar dezent versteckt, aber gut :zwinker:

@Yvonne: Ja, das ist für mich durchaus vertretbar. Vor allem beansprucht die SZ für sich ja auch ein gewisses Niveau. Ich denke also, daß dies dann für den Büchermarkt durchaus noch gerechtfertigt ist. Zudem sind die Bücher wirklich von sehr guter Qualität, was Aufmachung, Druck und Papierstärke angeht. Daß die SZ dann dabei ihren Namen aufdruckt finde ich mehr als legitim. Außerdem ist die SZ mit diesem Vorstoß ja nun auch nicht alleine. Es gibt seit einiger Zeit auch namenhafte Taschenbücher in einer eigenen Reihe mit einem grauen Titelblatt für kleines Geld (der Verlag ist mir leider wieder entfallen) und erst heute habe ich bei uns neu aufgelegte gebundene Ausgaben von Hesses Werken für sieben Euro entdeckt. Auch dort hat der Verlag natürlich das Recht für sich in Anspruch genommen, seinen Namen aufzudrucken. Dies alles sind einerseits natürlich versuche der Verlage, die Verkaufszahlen wieder ein bißchen in Schwung zu kriegen, da viele Leute in der Vergangenheit aufgrund der recht hohen Buchpreise auf second-hand-Lösungen wie ebay ausgewichen sind. Man kann es aber auch von der positiven Seite betrachten: Für 4,90€ nehmen sicherlich mehr Leute ein Buch mit, als für den gleichen Text Hardcover für vielleicht 15€ und ich unterstelle jetzt einfach mal, daß viele dieser Käufer das Buch dann auch tatsächlich lesen und so vielleicht wieder auf den Geschmack kommen und das kann doch eigentlich nur in unserem Sinne sein!
Und um auf den anderen Teil Deiner Frage zu kommen: So lange, wie die Texte inhaltlich nicht verpfuscht werden und gut aufbereitet sind, ist es mir nahezu egal, wer da sein Emblem draufpappt. Wenn Marlboro (warum auch immer sie das tun sollten) Bücher subventioniert und daher zu sehr günstigen Preisen auf den Markt wirft, würde ich sie mir unter den oben angegebenen Bedingungen auch kaufen. Ich will den Inhalt lesen und mir keine optisch wundervolles Vorzeigebuchregal aufbauen. Ich kaufe mir ja auch die billigen Reclamausgaben und keine in Kalbsleder gebundenen Prunkausgaben...

Gruß
Berch

Offline sandhofer

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Tschibo-Mann???
« Antwort #4 am: 23. April 2004, 07:13 »
Hallo zusammen!

Zitat von: Berch
Tschibo ist hier eine ehemalige Kaffeehauskette[...]

Ach jaaaaaaa - da gab's doch mal den Tschibo-Mann, oder?

Grüsse

Sandhofer
(in Kindheits-Erinnerungen kramend ...)
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Offline Hubert

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Tschibo?
« Antwort #5 am: 23. April 2004, 09:58 »
Hallo zusammen,

Berch hat gepostet:
Tschibo ist hier eine ehemalige Kaffeehauskette

Sandhofer hat gepostet:
da gab's doch mal den Tschibo-Mann

Hallo ihr beiden,

Auch auf die Gefahr hin, kleinlich zu erscheinen, - es heißt nicht Tschibo, sondern  Tchibo.

Außerdem ist Tchibo keine Kaffeehauskette, sondern, nachdem sie den Konkurrenten „Eduscho“ aufgekauft haben, der m.M. nach größte Kaffeeröster Europas, der über seine Tochter TCM auch Nichtkaffeeprodukte vertreibt.

Gruß von Hubert, der gerade bei  einer köstlichen Tasse Tchibo  Gold und mit Hilfe einer elektronischen Funkmaus von TCM.  dieses Posting geschrieben hat.


Offline sandhofer

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Tchibo-Mann?
« Antwort #6 am: 23. April 2004, 10:23 »
Hallo zusammen!
Hallo Hubert!

Also gab's einen Tchibo-Mann?

Grüsse

Sandhofer
(der mit einer ganz gewöhnlichen Logitech-Maus und einer No-name-Tastatur arbeitet, jetzt seinen Espresso 'Lavazza Qualità Oro' gleich nochmals nachfüllen geht, und nie nix zur Qualität deutschen Kaffees sagt ... )
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Offline Wendy

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Bücher von der Süddeutschen Zeitung
« Antwort #7 am: 23. April 2004, 15:24 »
Hallo, Yvonne!

Ich finde die SZ-Aktion eine super Idee! Außerdem denke ich, dass es einen groooooooßen Unterschied macht, ob auf einem Buch Süddeutsche Zeitung oder 0190... steht!!!!
Ich persönlich kaufe diese Bücher nicht (oder zumindest nur vereinzelt), weil sie mir rein äußerlich nicht gefallen und ich lieber mehr für meine Bücher zahle, wenn ich sie dann auch gerne ansehe. Und weil ich die meisten dieser Bücher lieber in der Originalsprache lese, kämen für mich sowieso nur noch die von deutschen Autoren in Frage.

Meine Freundin aber hat sich erst ein Buch dieser Reihe gekauft und ist dabei, diese Bücher weiter zu konsumieren, sag ich mal. Denn so gute Bücher so billig zu bekommen (nämlich in HC!!!) ist schon ein Hit. Und dass auf ihren Büchern (wir leben in Österreich) der Name einer deutschen Zeitung abgedruckt ist, stört sie überhaupt nicht - und mich auch nicht  :breitgrins:
"All children, except one, grow up."

Offline Hubert

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Bücher von der SZ
« Antwort #8 am: 28. April 2004, 10:51 »
Hallo zusammen,

nachdem die SZ inzwischen schon die Romane Nr. 6 bis 9 ausgeliefert hat, will ich mich auch noch zur SZ-Bibliothek äußern. Für mich selbst kommt die Bibliothek zwar nicht in Frage, nicht weil sie schlecht wäre, sondern weil ich, wenn ich mich nicht verzählt habe, bereits 35 der 50 Romane besitze und den Rest, wahrscheinlich nicht brauche, habe sie zumindest bisher noch nicht vermisst. Aber ich habe die Serie in meinem Bekanntenkreis empfohlen und da bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das richtig war. Was sind meine Bedenken.

Ist die Auswahl schlecht?

Nein, keineswegs, die ausgewählten Werke von Canetti, Duras, Frisch, Grass, Green, Handke, Hesse, Johnson, Koeppen, Kundera, Lenz, Nooteboom, Rilke, Strauß, Walser und Wilde sind allererste Sahne. Und warum sollte die Feuilletonredaktion der SZ schlechte Titel als Werbeträger auswählen?


Ist die Verarbeitung schlecht?

Natürlich auch nicht, beste Verarbeitung, wobei mich bei € 4,90 für ein gutes Buch, die Papier- oder Druckqualität nicht mehr sonderlich interessiert und warum sollte die SZ bei der Verarbeitung ihrer Werbeträger sparen?

Stört mich, dass die Bücher von der SZ als Werbeträger genutzt werden?

Nein, obwohl ich natürlich nicht mag wenn ich für reine Werbung zahlen soll, hier zahle ich ja nicht für die Werbung, sondern für den Träger der Werbung, das Buch und das ist mehr als das Doppelte wert, also nehme ich die Werbung in Kauf. Notfalls kann man ja einen eigenen Schutzumschlag um das Buch machen oder wenn Besuch kommt, die Bücher im Schrank verstecken.


Meine Bedenken sind anderer Art. Ich frage mich, ist das nicht eine Umgehung der Buchpreisbindung? Und was sind die Folgen? Werden nicht Leser, die die 50 Bücher bei der SZ bestellt haben, und wer will ihnen das verdenken, nicht für dieses Jahr und darüber hinaus genug Lesestoff haben und keine Buchhandlung mehr aufzusuchen und werden diese Leser in Zukunft bereit sein wieder den normalen Preis für Bücher auszugeben oder warten die nicht lieber auf ähnliche Angebote, die sicher kommen, wenn die SZ-Reihe ein Erfolg wird. Wie viele Klein- und Kleinstverlage werden diese Aktionen dann nicht überleben?

Nachdenkliche Grüße von Hubert

Offline sandhofer

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Re: Bücher von der SZ
« Antwort #9 am: 28. April 2004, 11:24 »
Hallo zusammen!
Hallo Hubert!

Zitat von: Hubert
Werden nicht Leser, die die 50 Bücher bei der SZ bestellt haben, und wer will ihnen das verdenken, nicht für dieses Jahr und darüber hinaus genug Lesestoff haben und keine Buchhandlung mehr aufzusuchen und werden diese Leser in Zukunft bereit sein wieder den normalen Preis für Bücher auszugeben oder warten die nicht lieber auf ähnliche Angebote, die sicher kommen, wenn die SZ-Reihe ein Erfolg wird. Wie viele Klein- und Kleinstverlage werden diese Aktionen dann nicht überleben?


Ich glaube, Du machst dir hier zu viele Sorgen. Typischerweise fühlen sich ja LeserInnen wie Du oder ich von der Reihe nicht sonderlich angesprochen, aus praktisch denselben Gründen: Man hat schon oder der Text interessiert einen nicht besonders. Ich glaube, dass hier eher die Serien- bzw. Reihenverschlinger und TB-Käufer reagieren werden. Sprich: Personen, die zu Hause sowieso einen SUB von 1000en von Büchern stapeln; Personen, die eh immer bis zur Taschenbuchausgabe warten, bevor sie kaufen, weil's dann billiger ist. Die SZ-Reihe macht allenfalls den grossen TB-Verlagen Konkurrenz; Kunden von Klein- und Kleinstverlagen finden dort eh nicht, was sie bei den Kleinen suchen und finden.

Ich meine das übrigens nicht negativ mit den Reihenverschlingern, also nicht hauen!  :zwinker:

Grüsse

Sandhofer
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Bücher von der Süddeutschen Zeitung
« Antwort #10 am: 28. April 2004, 13:23 »
Hallo Hubert...
Hallo zusammen...
Die Frage, in wieweit die SZ-Bibliothek hier die Preise drückt und vielleicht unlauteren Wettbewerb begeht, habe ich mir auch schon gestellt. Immerhin liegen die Preise ja auch noch deutlich unter den Preisen der jeweiligen Taschenbuchausgaben. Es dürfte also aktuell z.B. recht schwierig für Suhrkamp sein, Hesses 'Unterm Rad' als Taschenbuchausgabe zu verkaufen. Wer es jetzt nicht sonderlich eilig hat, kann da sicherlich noch bis Mitte Januar mit dem Kauf warten. Aber ich nehme mal an, daß sich die Verlage, die die Rechte an den jeweiligen Büchern besitzen, sich schon gütlich mit der SZ geeinigt haben werden.
Zudem glaube ich nicht, daß die SZ mit dieser Reihe einen neuen Billig-Kauf-Boom auslösen wird. Vielmehr ist doch diese Aktion eine fast schon logische Reaktion auf eine Entwicklung, die ohnehin am Markt stattfindet. Dem Gelegenheitsleser dürften die Buchpreise schon seit längerem zu hoch sein. Der Markt für gebrauchte Bücher, z.B. bei ebay boomt folgerichtig und meiner subjektiven Wahrnehmung nach nehmen auch die Angebote an 'Mängelexemplaren' deutlich zu, wobei nicht nur die Quantität, sondern auch zunehmend die Qualität steigt (ich habe mir gestern erst Thomas Manns 'Der Erwählte'[Fischer] und Hemingways 'Der Himmel kennt keine Günstlinge'[KiWi] für jeweils 2,95Euro gekauft). Zudem bringen ja auch mehrere Verlage seit einiger Zeit (und z.T. schon deutlich früher als jetzt die SZ) Reihen mit 'Sonderausgaben' auf den Markt. Die SZ schließt sich somit also eigentlich nur einem ohnehin bestehenden Trend an, zu dem viele Verlage allerdings wohl fast schon gezwungen sind, um den Verkauf wieder anzukurbeln.
Was die kleinen Verlage angeht, so denke ich, daß sie auch ohne solche Serien seit jeher zu knabbern haben dürften. Für den 'normalen' Leser ist es vermutlich nicht einzusehen, für ein gut gemachtes Taschenbuch eines kleinen Verlags zehn Euro und teilweise auch deutlich mehr auszugeben. Aber die kleinen Verlage haben andererseits sicherlich, da stimme ich Sandhofer zu, ohnehin eine andere Zielgruppe als den 'normalen' Leser, der relativ willkürlich ein Buch auswählt, um dieses zur Zerstreuung zu lesen. Diese Verlage haben sich ja zumeist kleineren Sparten verschrieben, die sie versuchen, optimal zu bedienen und diesen 'Liebhaber-Lesern' sind diese Bücher dann meist auch etwas mehr Geld durchaus wert.
Insgesamt bewerte ich diese Entwicklung eigentlich noch recht positiv. Für den Endverbraucher ergibt sich aktuell die Möglichkeit, qualitativ hochwertige Bücher zu Preisen zu bekommen, die so niedrig sind wie selten. Die problematische Seite ist allerdings, daß für solche günstigen Serien eigentlich nur Autoren in Frage kommen, die so bekannt sind, daß sie eine hohe Auflage absetzen können, denn anders sind diese Preise auf Dauer wohl nicht zu halten. Sollte sich das Käuferverhalten dann tatsächlich in der Art ändern, daß fast ausschließlich diese günstigen Serien gekauft werden (eine Entwicklung, die ich zumindest bei mir nicht sehe), dann bliebe die Autorenvielfalt, wie wir sie heute genießen über kurz oder lang vermutlich auf der Strecke.

Gruß
Berch

Offline Steffi

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Bücher von der Süddeutschen Zeitung
« Antwort #11 am: 28. April 2004, 15:46 »
Hallo !

Ich habe und werde mir einige Bände der SZ-Bibiothek zulegen, da ich viele Titel noch nicht kenne und auch die Qualität und die optische Aufmachung mich ansprechen. Das SZ-Logo stört mich hierbei nicht besonders.

Natürlich habe ich mir die gleichen Fragen wie ihr über so ein Billig-Angebot gestellt. Allerdings sind die Preise der gebundenen Bücher und Taschenbücher so teuer, dass ich mir immer weniger leisten kann/mag. Die Alternative ist für mich, diese Bücher auszuleihen. Das gilt auch für die meisten der von mir anvisierten Bände der SZ-Bibliothek. Kaufen zum übichen Preis würde ich diese nämlich nicht, sondern in der Bib ausleihen. Somit habe ich für mich doch zum Kauf entschieden, das wirkt sich wenigstens auf die Druck- und Verlagsindustrie aus etc.

Ob die Autorenvielfalt unter Billig-Preisen leiden könnte ist eine schwierige Frage. Ich vermute, dass schon jetzt Bücher und Autoren nach ihrer Vermarktungsmöglichkeit ausgesucht werden, nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten eben.

Abstand nahm ich übrigens heute davon, eines der spottbilligen Penguin-Classics-Sonderausgaben für 2,95 zu kaufen - einfach schauderhaft. Dafür nahm ich dann das Angebot 2 for 1 von den üblichen Penguin-Classics wahr ... Der Preiskampf tobt !

Gruß von Steffi
Gruß von Steffi

Offline Hubert

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Buchpreise
« Antwort #12 am: 30. April 2004, 06:48 »
Hallo zusammen,
hallo Berch,

Du hast gepostet:
Die Frage, in wieweit die SZ-Bibliothek hier die Preise drückt und vielleicht unlauteren Wettbewerb begeht, habe ich mir auch schon gestellt.
Aber ich nehme mal an, daß sich die Verlage, die die Rechte an den jeweiligen Büchern besitzen, sich schon gütlich mit der SZ geeinigt haben werden
.

Nein, unlauteren Wettbewerb begehen die auf keinen Fall. Natürlich hat sich die SZ mit den entsprechenden Verlagen geeinigt, und zwar nicht gütlich, sondern vertraglich. Die SZ hat eine Lizenz an den 50 von ihnen verlegten Büchern für zwei Jahre von den Verlagen gekauft. Nach diesen 2 Jahren ist das Recht der SZ an diesen Romanen wieder erloschen. Und die entsprechenden Verlage rechnen natürlich damit, dass wer jetzt „Katz und Maus“ von Grass gelesen hat, die 2 anderen Bücher der Trilogie zum normalen Buchpreis kauft, oder wer den 1. Teil einer fünfbändigen Krimireihe von Patricia Highsmith  für € 4,90 gekauft hat, die vier restlichen Krimis der Reihe zum Buchhandelspreis erwirbt. Und wer den zweiten Teil eines Buches von Proust gelesen hat, der will ja vielleicht auch den 1. Teil lesen, nur den gibt’s nicht für  €  4,90.
Nein, um die Verlage, die mit der SZ ein Geschäft gemacht haben, mache ich mir keine Sorgen, sondern um die kleinen Verlage, die keine Nobelpreisträger, wie Grass, Canetti, Simon, Faulkner, Steinbeck und Hesse im Programm haben und die, weil sie keine Lizenzen an die SZ verkaufen können, Bücher aber auch beim besten Willen nicht für € 4,90 herstellen können, mangels Umsatz von Suhrkamp, Diogenes und anderen Verlagen übernommen werden.

Für den 'normalen' Leser ist es vermutlich nicht einzusehen, für ein gut gemachtes Taschenbuch eines kleinen Verlags zehn Euro und teilweise auch deutlich mehr auszugeben.

Ich hab’ gestern Mittag in einem ganz normalen Cafe für zwei Kaffee und zwei Stück Kuchen € 10,-- bezahlt. Da verstehe ich nicht, wie ein Taschenbuch für ebenfalls € 10,-- verkauft werden kann. Glaub nur nicht, dass die SZ die Bücher für € 4,90 herstellen kann. Wenn Du ein SZ-Roman in der Buchhandlung für € 4,90 kaufst, dann bleiben wahrscheinlich € 2,50 bei der Buchhandlung und die restlichen € 2,40 gehen für Werbung und Verlagslizenzen drauf. Die Herstellung der Bücher bezahlt die SZ aus der Werbekasse.  Das aber ist eine Marktverzerrung, da das Gesamtbudget manches Kleinverlages, wahrscheinlich nicht mal  das Werbebudget der SZ erreicht.  

Ich glaube übrigens nicht, dass Sandhofers und meine Buchkäufe ausreichen um auch nur einen Verlag am Leben zu halten.

Pessimistische Grüße von Hubert

Offline sandhofer

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Re: Buchpreise
« Antwort #13 am: 30. April 2004, 07:26 »
Hallo zusammen!
Hallo Hubert!

Zitat von: Hubert
Ich glaube übrigens nicht, dass Sandhofers und meine Buchkäufe ausreichen um auch nur einen Verlag am Leben zu halten.


Sicher nicht. Das ist ja das Problem der Kleinverlage. Und deshalb haben wir schon so manchen kommen und auch wieder gehen sehen. Aber, wie gesagt, ich glaube nicht, dass die SZ-Aktion dieses Problem in nennenswerter Weise verschärft.

Hier in der Pampas beteiligen sich übrigens offenbar nur die notorischen Billig-Anbieter wie Weltbild an der Aktion. Die 'klassischen' (in jedem Sinn!) Buchhandlungen sind offenbar frei davon.

Grüsse

Sandhofer
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Offline Berch

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Bücher von der Süddeutschen Zeitung
« Antwort #14 am: 30. April 2004, 19:14 »
Hallo Hubert,
Hallo zusammen,
natürlich ist es mir klar, daß die SZ diese Bücher nur deshalb so günstig anbieten kann, weil sie hoffen, daß es sich für sie als Werbeträger rechnet und genauso klar ist es mir, daß die kleinen Verlage die hohen Preise nicht deshalb haben, weil sie mit wenigen Büchern riesen Gewinne einstreichen wollen. Sie können vermutlich garnicht anders, da sie sicherlich nicht die 'niedrigen' Produktionskosten haben, die Verlage mit deutlich größeren Auflagen haben. Nur muß man sich auch vergegenwärtigen, daß Deine und meine Wertschätzung für Bücher nicht repräsentativ ist. Ich habe ein Budget von etwa 80-100€/Monat für Bücher und wenn ich ein Buch sehe, daß mich interessiert, dann ist der Preis zunächst einmal zweitrangig (wenn ich es dennoch günstiger bekommen kann, dann greife ich natürlich zu).  Ich glaube aber nicht, daß dies auf den Bundesdurchschnitt zu übertragen ist. Der Durchschnittsbürger gibt vermutlich neinmal im Jahr soviel Geld für Bücher aus und das Lesen dürfte vermutlich zur allgemeinen Zerstreuung z.B. im Urlaub, etc. dienen. Vor diesem Hintergrund sind 10, 15, 20€ ein recht großer Betrag und da wird dann vermutlich eher nach preisgünstigeren Alternativen gesucht. Natürlich stehen etliche Stunden Lesevergnügen für Dich oder mich in keinem Verhältnis zu bestenfalls nem halben Kneipenabend, aber wie gesagt: Unsere Prioritäten sind wohl eindeutig nicht auf die Gesamtheit zu übertragen...