Autor Thema: Hermann Hesse - Siddharta  (Gelesen 5115 mal)

Offline Gitta

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Glasperlenspiel
« Antwort #15 am: 9. November 2004, 17:35 »
Zitat von: macky
Ich fand Siddharta ebenfalls fabelhaft. Nicht nur durch die Sprache (Ich LIEBE Hesses Stil), sondern auch durch den Inhalt ist es eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Ich interessiere mich auch sehr für Buddhismus

Hallo macky und Alle,

was Du schreibst, trifft auch auf mich zu. Siddharta las ich mal in einem ganz altmodischen Lesezirkel (als es noch kein Internet gab) u. fand es sofort faszinierend.
Zitat
...und natürlich den Steppenwolf. Empfielt es sich, Das Glasperlenspiel zu lesen?  

Das "Glasperlenspiel" hat mich mehr noch als der "Steppenwolf" berührt, obwohl ich es im Vergleich zu ihm als ein "ruhigeres" Buch empfinde, schon vom Inhalt her. Der „Steppenwolf“ ist als Person ja ein unsteter Wolf, im „Glasperlenspiel“ ist der Protagonist zwar auch ein Suchender, der aber doch zunächst eher zur Ruhe kommt. Was aber m. M. nach auch nur scheinbar ist, weil es sich um eine dubiose ordensartige Hierarchie handelt, in die er hineingeraten ist.  Ich müsste das Buch aber doch noch mal lesen, merke ich. Auf jeden Fall zählt es für mich zu meiner Topliste u. ich kann es unbedenklich empfehlen. Im Gegensatz zu anderen Meinungen finde ich das „Glasperlenspiel“ als Hesses bedeutendstes Werk und – tja, wenn das meiste von Hesse „Jugendliteratur“ ist, freut es mich, sie immer noch gut zu finden.  :zwinker:

Gruß,
Gitta
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Offline Melan

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Re: Morgenlandfahrt, Klingsor, Glasperlenspiel
« Antwort #16 am: 9. November 2004, 18:05 »
Zitat von: sandhofer

Es ist das einzige, das ich qualitativ wirklich als Klassiker akzeptieren könnte. Als Vorbereitung darauf, wie Friedrich-Arthur schon angedeutet hat, Die Morgenlandfahrt - that's it. Der Rest ist - imho - Jugendliteratur.


Wird auch wirklich schwer dir da zu widersprechen. Wird interessant sein zu sehen wie sich Hesses Werk in der Zukunft positionieren wird, bisher wurde er ja phasenweise fast zerrissen, dann wieder hochgelobt, nicht zuletzt wegen dem Steppenwolf. Ich bin aber auch der Meinung dass sein Einfluss auf die Literatur sehr beschränkt ist und er, wie Sandhofer mal geschrieben hat, mehrheitlich als "Einstiegsdroge" in die Literatur für Jugendliche dient. Mir gefällt er im Moment nicht schlecht, darf mich aber auch ruhig noch zur Jugend zählen - hoffe ich.

Zitat
Ich müsste das Buch aber doch noch mal lesen, merke ich.


Ja, ich auch. :zwinker:

Gruss
Melan

PS: "Unterstellung" korrigiert. Sorry, Hubert.  :smile:

Offline Hubert

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Nochmal zu Hesse
« Antwort #17 am: 15. November 2004, 01:30 »
Zitat von: Melan
Ich bin aber auch der Meinung dass sein Einfluss auf die Literatur sehr beschränkt ist und er, wie Hubert mal geschrieben hat, mehrheitlich als "Einstiegsdroge" in die Literatur für Jugendliche dient.


Hallo zusammen,

dass Hesse mehrheitlich als "Einstiegsdroge" ..... dient, habe ich nie geschrieben. Ich selbst bin erst spät zu Hesse gekommen, als Jugendlicher habe ich eher Klassiker gelesen (Goethe, Kleist) oder die Autoren der Gruppe 47 (vor allem Böll). Inzwischen habe ich mich auch an die Manns, Döblin und Hesse herangetastet.

"Das Glasperlenspiel" ist m. M. n. sicher Hesses anspruchsvollstes Buch, aber anspruchsvoll sind eigentlich alle seine Bücher. Als Buch für Jugendliche würde ich höchstens "Demian" bezeichnen und mit Einschränkung "Unterm Rad". Wer den "Steppenwolf" als Jugendbuch bezeichnet, hat das Buch m.M.n. nicht verstanden.  

Gruß von Hubert

Offline Gitta

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Jugendliteratur?
« Antwort #18 am: 16. November 2004, 18:46 »
Zitat von: Hubert
 Wer den "Steppenwolf" als Jugendbuch bezeichnet, hat das Buch m.M.n. nicht verstanden.  

Hallo Hubert und Mitleser,

das finde ich auch. Als 16jährige las ich den "Steppenwolf" zum erstenmal und quälte mich durch. Also wenn so ein Jugendbuch beschaffen sein soll! Dabei meine ich, eine sehr normale Jugendliche gewesen zu sein.
Zehn Jahre später die Wiederholung der Lektüre, und es schien mir, als ob ich ein mir völlig unbekanntes Buch lese. Anderen Lesern mag's  anders ergehen, alles ist subjektiv. Ich könnte mir jedenfalls schon vorstellen, daß nicht nur dieses Buch von Hesse einige Zeiten überdauern wird.

Gruß,
Gitta
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Offline Friedrich-Arthur

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Hermann Hesse - Siddharta
« Antwort #19 am: 26. November 2004, 21:53 »
"Das Glasperlenspiel" ist ein großartiges Buch! Hätte ich es früher gewusst, ich hätte erst "Die Morgenlandfahrt" gelesen. Aber auch anders herum ist es kein Problem. Wie dem auch sei, "Demian", "Der Steppenwolf" "Narziß und Goldmund" und "Unterm Rad" sind neben "Siddhartha" unvergängliche Bücher. "Klingsors letzter Sommer" steht bei mir neben dem Glasperlenspiel an oberster Stelle, ein sehr eindringliches Buch für alle, die sich mit dem Altern und mit Künstlertum beschäftigen. "Unterm Rad" finde gerade in der mehr und mehr Menschen überfordernden Leistungsgesellschaft und dem schärfer werdenden Kapitalismus ein sehr nachdenklich machendes Buch! Es ist, wie auch "Demian" und "Der Steppenwolf" immer noch aktuell. Doch bei alledem sollte man den Lyriker Hesse nicht aus dem Auge verlieren. Einige seiner Gedichte sind sehr bewegend. Man muss sie nur mögen, sie sind nicht jedermanns Geschmack. Grüße, FA
Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig.

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Offline Nightfever

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Hermann Hesse - Siddharta
« Antwort #20 am: 27. November 2004, 00:32 »
Ich hatte so mit 14, 15, 16 eine Hesse-Phase - da habe ich zuerst den Steppenwolf gelesen (mit dem ich zugegeben damals noch nicht so viel anfangen konnte), dann Siddharta, das mir schon besser gefiel (allerdings hatte ich mich da gerade voller Enthusiasmus konfirmieren lassen und war nicht so wahnsinnig offen für fremde religiöse Einflusse) und dann mit großer Begeisterung Narziss und Goldmund, Demian und als letztes Unterm Rad.

Damals mochte ich die Sprache wahnsinnig gerne, und Narziss und Goldmund würde ich noch immer zu meinen Lieblingen zählen, obwohl ich es seit Jahren kaum mehr angefasst habe (müsste mal wieder...). Ich habe auch eine CD mit Gedichten und einem Brief an seine Eltern - das ist wirklich beeindruckend, wie geschliffen er sich schon mit 15 Jahren ausdrücken konnte.

"Einstiegsdroge Hesse" ist bestimmt für viele Jugendliche zutreffend. Vor ein paar Jahren war anlässlich seines soundsovielten Geburtstages ein entsprechender Artikel mit Umfragen und Kommentaren von Jugendlichen im stern - da waren viele dabei, auf die Hesse diesen Harry-Potter-Effekt gehabt hatte.

Für mich trifft das nicht zu: parallel zu Siddharta quälte ich mich erst durch Dostoievskis Idioten, um etwas später voller Begeisterung die Brüder Karamasov zu verschlingen... und gelesen habe ich sowieso schon vorher. ALso kein Einstieg in die Literatur für mich, sondern eher ein schönes Bad, in dem ich mich eine Zeit lang sehr wohl gefühlt habe, bis es mir irgendwann zu schwül wurde.

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Offline Georg

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Hermann Hesse - Siddharta
« Antwort #21 am: 29. November 2004, 01:24 »
Zitat von: Nightfever
dann Siddharta, das mir schon besser gefiel (allerdings hatte ich mich da gerade voller Enthusiasmus konfirmieren lassen und war nicht so wahnsinnig offen für fremde religiöse Einflusse)


Hallo nightfever,

welche fremden religiösen Einflüsse siehst du den in Hesses Roman Siddharta?

Gruß

Georg

Offline Nightfever

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Hermann Hesse - Siddharta
« Antwort #22 am: 29. November 2004, 20:53 »
Zitat von: Georg

Hallo nightfever,

welche fremden religiösen Einflüsse siehst du den in Hesses Roman Siddharta?

Gruß

Georg


Hinduismus und Buddhismus - Ich bin evangelisch mit katholischem Einschlag... Na ja, und damals war ich halt noch sehr damit beschäftigt, meine eigene religiöse Herkunft zu entdecken.
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Offline Georg

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Hermann Hesse - Siddharta
« Antwort #23 am: 30. November 2004, 02:36 »
Zitat von: Nightfever
Zitat von: Georg

Hallo nightfever,

welche fremden religiösen Einflüsse siehst du den in Hesses Roman Siddharta?

Gruß

Georg


Hinduismus und Buddhismus - Ich bin evangelisch mit katholischem Einschlag... Na ja, und damals war ich halt noch sehr damit beschäftigt, meine eigene religiöse Herkunft zu entdecken.


Hallo nightfever,

ich bin katholisch mit evangelischem Einschlag.  

Dass man sich mit seiner eigenen religiösen Herkunft beschäftigt, halte ich für nicht unvernünftig.  

Nicht dass ich mich sehr gut mit Hinduismus und Buddhismus auskennen würde, aber imo hat "Siddharta" mit diesen beiden Religionen sehr wenig bis nichts zu tun, unabhängig davon, dass der Buddha selbst im Roman auftaucht.

Gruß

Georg

Offline Friedrich-Arthur

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Einladung zum Besuch im Forum des Literaturcafés
« Antwort #24 am: 3. Dezember 2004, 18:27 »
Dort haben wir etwas über Hermann Hesse zusammengeschrieben, besucht uns doch mal:

http://www.literaturcafe.de/cgi-bin/ultimatebb.cgi?/ubb/get_topic/f/5/t/001392/p/5.html

Grüße, FA
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Offline Mandel

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Siddharta
« Antwort #25 am: 12. Februar 2005, 18:31 »
Hallo an alle!

Da wir bald Siddharta von Hermann Hesse in der Schule lesen werden, würde ich mich schon gerne vorher ein wenig umhören!

Also egal was ihr über dieses Buch zu sagen habt, sagt es! Mich interessiert alles, was mir hilft und was interessant ist..... Natürlich interessiert mich auch so einiges über den Autor, doch darüber gibt es ja bereits eine Diskussion, aber lasst euch nicht aufhalten......!  :jumpies:

MfG Mandel  :elch:
Ein Buch ist ein Garten den man in der Tasche trägt.

Offline sandhofer

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Siddharta
« Antwort #26 am: 12. Februar 2005, 20:05 »
Hallo Mandel!

Das Thema hatten wir schon - ich kleb Dich mal hinten an ...

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen