Autor Thema: Übersetzungen ins zeitgenössische Deutsch  (Gelesen 4756 mal)

Offline Hubert

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Nietzsche schätzte auch Heine
« Antwort #15 am: 5. Juli 2004, 22:17 »
Zitat von: Roquairol
Hallo Hubert,

eine meiner Lao-tse-Ausgaben beginnt so:

"sagbar das Dau
doch nicht das ewige Dau"
.


Ja, danke für den Hinweis.


Ich habe nicht den Ehrgeiz, eine komplette Liste der von Nietzsche geschätzten Autoren zusammenzustellen. Zu den bislang genannten wäre aber noch Thukydides hinzuzufügen.

Meine Liste sollte auch nicht komplett sein, hatte ich ja geschrieben, z.B. fehlte noch Heine, den er als  Lyriker geschätzt hat.

Gruß von Hubert

Offline xenophanes

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Re: Übersetzungen ins zeitgenössische Deutsch
« Antwort #16 am: 11. Juli 2004, 18:46 »
Zitat von: sandhofer
Wie haltet Ihr es mit Übersetzungen?


Also ich verfolge neue Übersetzungen von Klassikern ziemlich regelmäßig. Die Notwendigkeit einzelner Übertragungen zu beurteilen, kann man aber nur am Einzelfall.
Generell erhalten diese Übersetzungen zumindest in der Öffentlichkeit die Klassiker am Leben. Denn sieht man sich einmal an, wann über diese Bücher berichtet wird, ist das meist anlässlich neuer Übersetzungen ( z.B. in der letzten Zeit über "Rot und Schwarz"), lässt man Jahrestage einmal außen vor.

CK

Offline ikarus

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Übersetzungen ins zeitgenössische Deutsch
« Antwort #17 am: 12. August 2004, 18:57 »
Hallo zusammen

Mittlerweile werden nicht nur fremdsprachige Klassiker neu übersetzt, sondern auch deutschsprachige in "modernes" Deutsch gebracht.

Hier ein Artikel darüber mit Update-Beispiel, Klassikerquiz und Abstimmung:

http://www.br-online.de/kultur-szene/artikel/0408/12-klassiker-update/index.xml

Ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Einerseits könnte es tatsächlich gelingen, durch dieses Absenken der "Sprachbarriere" manchem Schüler den Einstieg in die Welt der Klassiker zu erleichtern und dazu zu animieren die Bücher auch im "Original" zu lesen. Dann wäre wirklich was gewonnen. Andererseits empfinde ich das, wie der Deutsche Germanistenverband, als Kulturfrevel und mir dreht sich bei dem Gedanken der Magen um, daß dieser Bild-Journalist mal z. B. die "Buddenbrooks" in die Mangel nimmt, auf maximal 128 Seiten eindampft und die Sprache "verändert". Im übrigen finde ich, daß eher die Schüler ihr sprachliches Niveau und ihre Lesefähigkeit den Büchern anpassen sollten und nicht umgekehrt.

Vielleicht hat jemand eine Meinung dazu.

Viele Grüße
ikarus
"Der Umgang mit Büchern bringt die Leute um den Verstand" (Erasmus von Rotterdam)

Offline sandhofer

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ad usum delphini
« Antwort #18 am: 12. August 2004, 19:05 »
Hallo zusammen!
Hallo ikarus!

Irgendwie meinte ich, wir hätten das schon mal thematisiert; ich finde aber gerade nichts. War wohl in einem andern Forum.

Faust auf Bild-Deutsch? Für mich persönlich - nein, danke! Ob Kids damit zur Lektüre verführt werden können, kann ich nicht beurteilen. Immerhin habe ich als Kind auch Versionen 'ad usum delphini' von Klassikern wie Gulliver oder Robinson gelesen und bis später dann doch bei den Originalversionen gelandet.

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline ikarus

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Übersetzungen ins zeitgenössische Deutsch
« Antwort #19 am: 12. August 2004, 19:19 »
Hallo sandhofer

Zitat
Irgendwie meinte ich, wir hätten das schon mal thematisiert; ich finde aber gerade nichts.


Dachte ich auch, habe aber auch nichts gefunden. Darum habe ich den Link hier gepostet weil er in diesen Thread noch am ehesten gepaßt hat. Falls es jetzt doppelt sein sollte - sorry!

Viele Grüße
ikarus
"Der Umgang mit Büchern bringt die Leute um den Verstand" (Erasmus von Rotterdam)

Offline elahub

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Übersetzungen ins zeitgenössische Deutsch
« Antwort #20 am: 21. August 2004, 21:13 »
Hallo allerseits

Mein aktuelles Beispiel "David Copperfield" als Grundlage muss ich jetzt sagen (wobei ich mir "zu Beginn" dieses Postings noch nicht so sicher war): Moderne Übersetzungen von Klassikern - nein danke!! : )

Ich denke schon, dass es für manche jüngeren Leute einfacher wäre, sprachlich aktuellere Texte zu lesen als sprachlich ältere, aber da hört es ja bei Klassikern nicht auf.
Denn nicht nur die Sprache ist alt, sondern auch die Ereignisse. Wenn z.B.  David einen Brief erhält mit der Bitte um Durchsicht und falls alles in Ordnung damit sein sollte, auch um Weiterleitung ... so etwas gäbe es heute gar nicht mehr und natürlich hätten die lieben Kinder auch damit ihre Schwierigkeiten.
Soll der moderne Übersetzer sagen: X schreibt eine SMS .... damit wäre der Fall einmal modern übersetzt und würde außerdem auch mehr den heutigen Gegebenheiten entsprechen.

Wenn dies nicht sein soll, sondern die Ereignisse so wie sie eben zu der betreffenden Zeit waren beschrieben werden sollen, dann muss auch die Sprache bleiben, sonst wirkt der Text unglaubwürdig.
Als ich das erste Mal las wie David seine Tante anspricht und sich ihr gegenüber verhält, kam mir diese Art sehr ungewöhnlich vor, heute fast nicht mehr auszudenken - beim Lesen des Buchs wird man aber, eben durch die Sprache, in die Lage versetzt, die anderen Umstände so hinzunehmen, alles passt zusammen...

liebe Grüße und eine angenehme Nachtrune: )

 :winken:

Daniela
"Kunst und Unterhaltung sind verschwistert und keine Feinde." - John Irving