Autor Thema: Homer  (Gelesen 8406 mal)

Offline xenophanes

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Antw:Homer
« Antwort #30 am: 1. Januar 2012, 10:01 »

Ich kann die Vorlesungen Elizabeth Vandivers zu Homer empfehlen:

http://www.thegreatcourses.com/tgc/courses/course_detail.aspx?cid=3000

Nicht von den aktuellen Listenpreisen abschrecken lassen, gibt es mehrmals im Jahr zu einem Bruchteil des Preises.


Offline meier

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Antw:Homer
« Antwort #31 am: 7. Januar 2012, 16:39 »
Bin mit dem Homer jetzt durch und, um das blasphemische etwas zu relativeren sei gesagt, dass zumindest beim Freiermord einiger Tiefsinn erkennbar ist. Immerhin werden alle Unschuldigen verschont!!! Sicherlich seinerzeit ein vorher nur selten gedachter Gedanke, insbesondere weil das letzte Kapitel ein echtes Happy End bringt und weiteres Blutvergießen abgewendet wird. Eigentlich könnte es jetzt auch mit der Ilias weitergehen, die aber leider nicht vorrätig ist. Außerdem sind meine derzeitigen Prioritäten mit den Bronte Sisters klar definiert.

Gruß
Meier

Offline finsbury

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Antw:Homer
« Antwort #32 am: 8. Januar 2012, 12:37 »
Eigentlich könnte es jetzt auch mit der Ilias weitergehen, die aber leider nicht vorrätig ist.
Die Ilias ist mir persönlich deutlich lieber, vielleicht weil sie so archaisch ist. Dieser Krieg mit göttlicher Unterstützung und unbedingten Rachegelüsten donnert über einen hinweg wie ein Gewitter.

finsbury
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Offline meier

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Antw:Homer
« Antwort #33 am: 8. Januar 2012, 14:22 »
Zitat
Die Ilias ist mir persönlich deutlich lieber, vielleicht weil sie so archaisch ist. Dieser Krieg mit göttlicher Unterstützung und unbedingten Rachegelüsten donnert über einen hinweg wie ein Gewitter.

Das ist sicherlich Geschmackssache. Man kennt den Film eh. Laut meinem Nachwort ist sich allerdings niemand wirklich sicher, ob beide Bücher auch wirklich Homer zuzuschreiben sind, was freilich für den Lesegenuss unerheblich sein dürfte.

Gruß
Meier

Offline finsbury

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Antw:Homer
« Antwort #34 am: 8. Januar 2012, 15:47 »
Zitat
Die Ilias ist mir persönlich deutlich lieber, vielleicht weil sie so archaisch ist. Dieser Krieg mit göttlicher Unterstützung und unbedingten Rachegelüsten donnert über einen hinweg wie ein Gewitter.

Das ist sicherlich Geschmackssache. Man kennt den Film eh. Laut meinem Nachwort ist sich allerdings niemand wirklich sicher, ob beide Bücher auch wirklich Homer zuzuschreiben sind, was freilich für den Lesegenuss unerheblich sein dürfte.

Gruß
Meier

Das Letztere hat mich auch nie bei der Shakespeare-Lektüre gestört. Zunächst steht das Werk im Mittelpunkt, dann für sein Verständnis der Autor.

Was meinst du mit: Man kennt den Film eh ...
Ich bezog mich auf die Voss'sche Übersetzung. Der Film -  falls du den mit Brad Pitt als Achilles  :hm: meinst - ist dagegen nur ein laues Lüftchen.

finsbury
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Offline Lost

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Antw:Homer
« Antwort #35 am: 8. Januar 2012, 17:23 »
Die Ilias spielt ja an zwei Orten, auf der Erde und im Olymp. Der Film hat das  Niveau der irdischen Szenen, die sich hauptsächlich im öden Gemetzel erschöpfen. Die Teile der mir gut gefallen haben spielen im Olymp. Hier werden die Intrigen zwischen den Göttern  geschildert - besonders die geistvollen Göttinnen machen die Lektüre zu einem Vergnügen. Die männlichen Griechen und Trojaner sind nicht mehr als primitive Kampfmaschinen, lediglich Odysseus scheint mir hier noch mit pragmatischem Verstand gesegnet zu sein.

Offline Sir Thomas

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Antw:Homer
« Antwort #36 am: 9. Januar 2012, 11:20 »
Der Film ...

... von W. Petersen ist mMn. gar nicht so übel. Es ist halt ein Film, der unterhalten soll - und das gelingt ihm auf einem ordentlichen Niveau.

Die männlichen Griechen und Trojaner sind nicht mehr als primitive Kampfmaschinen ...

Homer gibt sich durchaus Mühe, die Menschen halbwegs differenziert zu zeichnen. Bsp. Achilles: Ihn lediglich als "Kampfmaschine" abzutun, greift zu kurz. Menschliche Züge sind durchaus vorhanden (seine Melancholie angesichts des ihm prophezeihten Todes, die Trauer um Patroklus, die Herausgabe von Hectors Leichnam ...). Vielleicht sollte man diese Figuren nicht an unseren "modernen" und "aufgeklärten" Vorstellungen messen.

LG

Tom   

Offline Dostoevskij

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Antw:Homer
« Antwort #37 am: 9. Januar 2012, 11:36 »
Moin, Moin!

Der Film ...

... von W. Petersen ist mMn. gar nicht so übel. Es ist halt ein Film, der unterhalten soll - und das gelingt ihm auf einem ordentlichen Niveau.

Von welchem Film redet ihr eigentlich?
Keep reading, Markus Kolbeck
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Offline Sir Thomas

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Antw:Homer
« Antwort #38 am: 9. Januar 2012, 11:49 »

Offline Lost

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Antw:Homer
« Antwort #39 am: 9. Januar 2012, 12:17 »

Homer gibt sich durchaus Mühe, die Menschen halbwegs differenziert zu zeichnen. Bsp. Achilles: Ihn lediglich als "Kampfmaschine" abzutun, greift zu kurz. Menschliche Züge sind durchaus vorhanden (seine Melancholie angesichts des ihm prophezeihten Todes, die Trauer um Patroklus, die Herausgabe von Hectors Leichnam ...). Vielleicht sollte man diese Figuren nicht an unseren "modernen" und "aufgeklärten" Vorstellungen messen.


Im Vergleich mit Achilles ist Old Shatterhand ein Philosoph (wenn ich mich irre hihihi).

Offline Sir Thomas

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Antw:Homer
« Antwort #40 am: 9. Januar 2012, 12:27 »
Im Vergleich mit Achilles ist Old Shatterhand ein Philosoph (wenn ich mich irre hihihi).

Du irrst!  :breitgrins:

Offline finsbury

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Antw:Homer
« Antwort #41 am: 9. Januar 2012, 18:54 »
Hektor ist sicherlich derjenige der Kriegshelden, der modernen Vorstellungen am nächsten kommt, denn er redet mit seinen Mitmenschen und geht auf sie ein. Er wirkt differenzierter als Achilleus, ähnlich wie auch Odysseus eine noch facettenreichere Figur abgibt.
Dennoch ist Achilleus' Verhalten auch zutiefst menschlich, sein Gekränktsein, aber auch sein Eingreifen, als sein Freund Patroklos getötet wird. Als Archetyp kann man ihn immer noch sehen und verstehen und deshalb ist er wohl auch bis heute noch ein wichtiger Stoff für die Kunst geblieben.

finsbury
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Offline Sir Thomas

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Antw:Homer
« Antwort #42 am: 10. Januar 2012, 14:59 »
Dennoch ist Achilleus' Verhalten auch zutiefst menschlich, sein Gekränktsein, aber auch sein Eingreifen, als sein Freund Patroklos getötet wird. Als Archetyp kann man ihn immer noch sehen und verstehen und deshalb ist er wohl auch bis heute noch ein wichtiger Stoff für die Kunst geblieben.

Tausend Dank, finsbury, für diese Ehrenrettung meines Helden!

 :winken:

Tom