Autor Thema: August 2004: Victor Hugo - Der Glöckner von Notre Dame  (Gelesen 8738 mal)

Offline Bluebell

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hi summer,

ich habe vorgestern mit dem glöckner beginnen können, habe aber gerade erst zeit, meine ersten eindrücke zu posten.
sehr weit bin ich noch nicht - ich glaube, zwei kapitel habe ich bisher geschafft.

was ich jetzt schon sagen kann, ist dass mir der stil sehr gefällt. aus irgendeinem grund war ich auf ein sehr ernstes, wenn nicht gar trockenes buch eingestellt - dabei musste ich schon ein paar mal über den humor und die feine ironie schmunzeln.
ebenfalls gefallen hat mir die art, wie hugo als autor des frühen 19. jahrhunderts seine leser in diese geschichte einführt, die im 15. jahrhundert spielt. im ersten kapitel schreibt er:

"Wollten wir Menschen unserer Tage uns unter jene Pariser des fünfzehnten Jahrhunderts mischen, um mit ihnen in den großen und noch zu kleinen Saal zu gelangen, dann hätten wir vor unseren Augen lauter Gegenstände, die uns fremd erscheinen würden, und wären anfangs nur geblendet und verwirrt."

das finde ich insofern eine recht witzige situation, weil dieses "unserer tage" für uns ja mittlerweile auch schon lange zurückliegt und die szenerie für leser wie dich und mich auch dann fremd wirken würde, wenn die handlung zu lebzeiten des autors stattfände.

viel mehr kann ich leider noch nicht sagen, weil ich wie gesagt noch ziemlich am anfang des buches stehe.

wie dick ist deine ausgabe eigentlich? meine ist ziemlich klein gedruckt und hat deswegen nur 239 seiten.

@evelyne: lass dich nicht aufhalten, stürz dich mitten ins geschehen!  :smile:

gruß
bluebell
« Letzte Änderung: 20. August 2006, 18:17 von sandhofer »
"Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of books she wants to read, who has had a library card since she was twelve."

Offline sandhofer

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Verschieben?
« Antwort #1 am: 13. August 2004, 15:32 »
Hallo summer00, Evelyne Marti, bluebell und mephisto!

Seid Ihr nun als Leserunde gestartet und wünscht, verschoben zu werden :?:  :?:  :?:

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Evelyne Marti

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Glöckner
« Antwort #2 am: 13. August 2004, 15:54 »
Hi together!

Mein OK hast Du, sandhofer!   :breitgrins:

Bye, Ivy

Offline summer00

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August 2004: Victor Hugo "Der Glöckner von Notre-Dame
« Antwort #3 am: 13. August 2004, 16:10 »
Hallo!

@sandhofer: mein Segen hast du  :zwinker:

Ich habe gerade einen langen Text geschrieben und habe dann die Seite blöderweise zugemacht  :rollen: Ich versuche mal die wichtigsten Sachen nochmal aufzuschreiben.
@Bluebell :Also ich habe die Büchergilde Gutenberg Ausgabe, übertragen von Else von Schorn, gedruckt:1957.
Hast du eine Vorrede in deinem Exemplar? Ich fand, die meinige sehr sehr interessant. Falls Du eine andere Vorrede haben solltest, werde ich meine hier mal etwas verkürzt aufschreiben. Bei mir ging es um dieses eingegrabene Wort, in einem Stein im Turm der Kirche, woraus , nach der Vorrede, dieses Buch entstanden ist. Hast du die selbe Vorrede?
Ich bin am Anfang des zweiten Kapitels. Bei mir zieht sich das Lesen sehr hin, weil mir manche Beschreibungen ( wie z.B. der Saal) zu genau und zu langatmig sind. Ausserdem werden viele Fremdwörter gebraucht oder Personen, die ich nicht kenne und dann immer wieder nachschlagen muss ( Sottise, Kothurn, Eklektiker, Pierre Corneille) und da kommt man leicht aus dem Lesen heraus.
Hier noch ein Link über Victor Hugo http://www.besuche-oscar-wilde.de/biographie/hugo.htm
Freue mich schon auf das Diskutieren über das Buch
 :winken:

Offline Hubert

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August 2004: Victor Hugo "Der Glöckner von Notre-Dame
« Antwort #4 am: 13. August 2004, 18:46 »
Hallo zusammen,

Als „Der Glöckner von Notre-Dame“ 1831 erschien, war sein Autor 29 Jahre alt. Victor Hugo (1802 bis 1885) beschreibt darin einen Krüppel der eine wunderschöne Zigeunerin liebt, die aber auch von einem Priester begehrt wird, der den Krüppel zum Glöckner von Notre-Dame de Paris gemacht hatte. Kann das gut geh’n?

Hugo beschreibt aber in seinem Roman auch das Leben im Spätmittelalter und die Großstadt Paris in ihrer gotischen Größe. Ein Stadtroman also und ein Mittelalterroman. In mir hat er sowohl die Liebe zu Paris als auch zum Mittelalter geweckt.

Anbei noch ein paar Links:

Eine illustrierte Biographie von Hugo:
http://www.klassiker-der-weltliteratur.de/hugo.htm

sowie weitere interessante Hugo-Seiten:

http://www.tour-literatur.de/Autoren_texte/hugo_victor.htm

http://www.perlentaucher.de/autoren/9645.html

http://www.frankreich-experte.de/fr/6/621531.html


Der französische Originaltext von „Notre-Dame de Paris. 1482“
http://abu.cnam.fr/cgi-bin/go?nddp1


Und hier geht’s zur Leserunde:
http://www.klassikerforum.de/forum/viewtopic.php?t=767
 

Gruß von Hubert

Offline Hubert

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Start der Diskussionsrunde
« Antwort #5 am: 13. August 2004, 19:02 »
Zitat von: summer00
Freue mich schon auf das Diskutieren über das Buch
 :winken:


Hallo zusammen,

nachdem summer und Bluebell schon angefangen haben zu lesen, Ivy und Mephisto auch in den Startlöchern stehen, denke ich es war höchste Zeit den Hugo-Thread ins "Gemeinsame Lesen" zu verschieben, womit dann auch die Diskussionsrunde gestartet wäre.  :zwinker:

Gleichzeitig habe ich den Eintrag im Forum "Gemeinsames Lesen - Chronik" gemacht:
http://www.klassikerforum.de/forum/viewtopic.php?t=931

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Freude bei der Leserunde.   :smile:

Gruß von Hubert und ein schönes Wochenende   :sonne:

Offline Evelyne Marti

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Hugo/Der Glöckner von Notre-Dame
« Antwort #6 am: 13. August 2004, 23:19 »
Hallo Leutchen

Hubert, danke für die Lesewünsche!  :smile:
Ja, jetzt kann's losgehen mit dem Glöckner.   :klatschen:

Ich habe die Goldmann-Taschenbuchausgabe, aber die womöglich unterschiedlichen Seiteneinteilungen sollten kein Problem sein, bei dem guten Inhaltsverzeichnis und der Einteilung in Zehn Bücher.   :breitgrins:

Wie weit seid Ihr eigentlich schon, summer und bluebell, muss doch wissen, bis wohin ich Euch einzuholen hab.  :zwinker:

Bye, Ivy

Offline Bluebell

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Re: Hugo/Der Glöckner von Notre-Dame
« Antwort #7 am: 15. August 2004, 18:16 »
Hallo Evelyne & Summer,

ich habe soeben Kapitel XVIII fertig gelesen, nähere mich also schön langsam der Hälfte (oder bin zumindest schon deutlich über das erste Drittel hinaus  :zwinker: ).
Von einer Einteilung in 10 Bücher hätte ich bisher noch nichts mitbekommen - meine Ausgabe (Kaiser Verlag Klagenfurt, 2000) teilt sich jedoch in einen ersten und einen zweiten Teil.

Ich habe auch keine Vorrede - mein Buch beginnt direkt mit Kapitel I, "Der große Saal". Schade! Diese Vorgeschichte würde mich wirklich interessieren.

Es stimmt schon, dass bei den ersten beiden Kapiteln (für meinen Geschmack) das Verhältnis von Inhalt zu Länge und Detailliertheit etwas ... äh, unproportional ist.  :breitgrins: Aber danach kommt wirklich Schwung und Action in die Sache!  :zwinker:
Was mich im ersten Moment etwas irritiert hat, war Kapitel XIV, das im Prinzip einen philosophischen Exkurs in die Geschichte der Architektur und Buchdruckerei darstellt. Aber wenn man den Gedankengängen des Autors zu folgen versucht, muss ich zugeben, dass gerade in diesem Kapitel (wo die Handlung stagniert) einige sehr interessante Denkansätze auftauchen, über die ich mit Sicherheit noch eine Zeitlang nachgrübeln werde. Zumindest schaue ich mir sakrale und weltliche Bauten in Zukunft sicher mit anderen Augen an ... ich möchte mir ein eigenes Urteil über die Idee von Hugo bilden (oder hat er diese Vorstellung von jemand anderem übernommen?), dass die Erfindung der Buchdruckerei der Baukunst ihre eigentliche Funktion und tiefere Aussagefähigkeit genommen und sie zur reinen Kunst "reduziert" hat, und das sich andererseits erst dadurch Künste wie Malerei usw. selbständig und unabhängig etablieren konnten.

Wenn ihr dieses Kapitel gelesen habt, würde mich sehr interessieren, ob ihr Victor Hugo in dieser Sichtweise zustimmt oder nicht, oder ob ihr euch wie ich erst nach und nach mit eigenen Augen überzeugen wollt!

Über die Handlung selbst möchte ich jetzt noch nicht zu viel schreiben, weil ich nicht weiß wie weit ihr seit und nicht spoilern will. Aber ich freu mich schon aufs Weiterdiskutieren!  :smile:

Soll ich vielleicht nach Teil 1 meiner Ausgabe auf euch warten, damit wir uns zusammen in die zweite Hälfte stürzen können? Wäre kein Problem, ich könnte ruhig eine andere Lektüre inzwischen einschieben.

Liebe Grüße
Bluebell
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Offline Evelyne Marti

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August 2004: Victor Hugo "Der Glöckner von Notre-Dame
« Antwort #8 am: 17. August 2004, 11:11 »
Hallo hallo   :smile:

Ich bin nicht so weit wie Du, Bluebell, werd jedoch versuchen, Dich einzuholen. Falls Du noch Zwischenlektüre suchst, empfehle ich Dir unsere Tolstoi/Krieg-und-Frieden-Leserunde, wo mir schnelle Aufhol-Mitposter mehr als gelegen kämen.  :breitgrins:
Tolstoi ist übrigens wie Hugo unterhaltsam und gut lesbar!    

In meiner Goldmann-Taschenbuchausgabe gibt es auch keine Vorrede. Die Kapiteltitel scheinen mit den deinigen übereinzustimmen, hab bisher die ersten 6 Kapitel gelesen (Der Grosse Saal, Pierre Gringoire, Der Herr Kardinal, Meister Jakob Coppenole, Quasimodo, Esmeralda), welche zusammen das Erste Buch bilden, das erste von insgesamt 10 Büchern, dafür fehlt bei mir die Einteilung in zwei grosse Teile.

summer, wie weit bist Du denn?

Bye, Ivy

Da ich zur Zeit Internetzugang-Probleme habe und meine Beiträge abstürzen könnten, unterteile ich meine Hugo-Kommentare in kleinere Häppchen.   :schmetterling:

Offline Evelyne Marti

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August 2004: Victor Hugo "Der Glöckner von Notre-Dame
« Antwort #9 am: 17. August 2004, 14:12 »
Hier erst einmal ein paar Zitate von Hugo, welche ich originell fand:

Zitat
Denn es ist seit je Pariser Art, schon als Zuschauer mit Zuschauern zufrieden zu sein und sogar eine blanke Mauer als eine merkwürdige Sache zu betrachten, sobald man nur die Gewissheit hat, dass sich hinter dieser unsichtbare Ereignisse vollziehen.

S.11 Goldmann TB Victor Hugo/Der Glöckner von Notre-Dame


Zitat
Im übrigen war nichts besonders Bemerkenswertes an ihm, mit Ausnahme vielleicht seiner Kleidung, deren Schwarz durch Alter und Gebrauch einen schäbigen Glanz erhalten hatte.

S.26 Goldmann TB Victor Hugo/Der Glöckner von Notre-Dame


Zitat
"Mein Herr, wird der Prolog fortgesetzt?"
"Gewiss."
..."In diesem Falle, mein Herr, haben Sie wohl die Güte, mir zu erklären..."
"Was weiter folgt?"
"Nein, was bisher gesprochen wurde."

S.35 Goldmann TB Victor Hugo/Der Glöckner von Notre-Dame


Zitat
"Werden Liebeslieder gesungen?" fragte naiv Gisquette.
"In einem moralischen Stück?... Man darf die Gattungen nicht verwechseln."
"Schade"...

S.29 Goldmann TB Victor Hugo/Der Glöckner von Notre-Dame

Offline Evelyne Marti

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August 2004: Victor Hugo "Der Glöckner von Notre-Dame
« Antwort #10 am: 17. August 2004, 20:19 »
Hallo

Jetzt hab ich auch Buch 2 gelesen, welches 7 Kapitel umfasst (Aus der Scylla in die Charybdis, Auf dem Grève-Platz, Aus Freuden entstehen Leiden, Wenn man abends einem hübschen Mädchen nachgeht, Weitere Unannehmlichkeiten, Der zerbrochene Krug, Eine sonderbare Hochzeitsnacht).

Victor Hugo erzählt sehr situationskomisch, voller sinnig ironischer Wendungen, welche sich mir anschaulich einprägen.

Poetologisch gesehen versinnbildlicht Pierre Gringoire, der philosophisch allegorisierende Dichter, dessen Schaustücke gerüsthafte Schablonen darstellen, den Intellekt, das Bewusstsein, die trockene Kunsttheorie.

Quasimodo hingegen symbolisiert als tierisches, taubes, gestikulierendes, um sich schlagendes, stumpfes Wesen den Instinkt, das Unbewusste, dessen unverständliche Sprache nicht begriffen und verzerrt wie ein Traumgespinst erscheint.

Als Gringoire mit Quasimodo und danach mit den ebenso fratzenhaft, teilweise verstümmelten Bettler-Dieben, welche das Quasimodo-Motiv erweitern, kämpft, gerät er auf den Spuren der schönen Esmeralda (die Muse seiner Kunst) in Konflikt mit dem Instinkthaften.

Dadurch wird sein Selbsterhaltungstrieb geweckt. Er (das Bewusste) entdeckt sein eigenes Selbst (Unbewusste), was ihn mit sich selbst versöhnt und wodurch seine Inspiration in Gestalt der ihn rettenden Esmeralda geweckt wird. Der Dichter erfährt von Esmeralda, was wahre Freundschaft und Liebe, was wahre Kunst ist.

Bye, Ivy   :schmetterling:

Offline summer00

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August 2004: Victor Hugo "Der Glöckner von Notre-Dame
« Antwort #11 am: 18. August 2004, 19:01 »
Hallo!
Oh mein Gott bin ich langsam  :redface: Ich bin jetzt fast beim dritten Kapitel...ohje..ich schreibe nachher mal die Vorrede hier rein und versuche mal etwas voran zu kommen.
Bis später
summer

Offline Bluebell

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August 2004: Victor Hugo "Der Glöckner von Notre-Dame
« Antwort #12 am: 21. August 2004, 11:53 »
Hallo ihr beiden!

Vielen Dank, Ivy, für deine ausführlichen Beiträge! Von den Zitaten, die du angeführt hast, ist mir besonders das Gespräch zwischen dem Dichter und dem jungen Mädchen während des Prologs im Gedächtnis geblieben ... hinreißend! Ich kann mir bildlich vorstellen, wie Gringoire bei der letzten Aussage der Dame verfällt! :breitgrins:

Zu deinen Ausführungen über die Symbolik von Quasimodo, Gringoire und Esmeralda - hast du irgendwelche Sekundärliteratur zur Verfügung, oder erschließen sich dir diese Sinnbilder tatsächlich einfach so beim Lesen? Denn ich muss zugeben, auch wenn mir schon die eine oder andere vage Interpretationsmöglichkeit dieser Figuren im Geist herumgeschwebt ist - auf die Idee mit der Kunsttheorie bin ich noch nicht gekommen!

Summer, wie weit bist du inzwischen? Die Story gewinnt nach den ersten, eher handlungsarmen Kapiteln schon ziemlich an Schwung, nicht wahr?

Bin leider gerade etwas unter Zeitdruck und muss deswegen Schluss machen.
Bis zum nächsten Mal!

Bluebell  :winken:
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Offline Evelyne Marti

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« Antwort #13 am: 22. August 2004, 07:59 »
Zitat von: Bluebell
Hallo ihr beiden!

Vielen Dank, Ivy, für deine ausführlichen Beiträge!

Zu deinen Ausführungen über die Symbolik von Quasimodo, Gringoire und Esmeralda - hast du irgendwelche Sekundärliteratur zur Verfügung, oder erschließen sich dir diese Sinnbilder tatsächlich einfach so beim Lesen? Denn ich muss zugeben, auch wenn mir schon die eine oder andere vage Interpretationsmöglichkeit dieser Figuren im Geist herumgeschwebt ist - auf die Idee mit der Kunsttheorie bin ich noch nicht gekommen!

Bluebell  :winken:



Halihallo zusammen!   :zwinker:
Hi Bluebell

Zu meiner Schande habe ich keine Sekundärliteratur dazu gelesen, wäre sicherlich sehr nützlich, hab im Moment jedoch keine Zeit und verlasse mich auf mein persönliches werkimmanentes Interpretationsfeeling, das sich aus eigenem Schreiben und  Lesen entwickelt hat.

Allerdings hab ich zehn Jahre lang so viel Sekundärliteratur über die Literatur und deren Poetik gelesen, dass sich vieles daraus ableiten lässt. Wenn man das Prinzip der werkimmanenten Interpretation einmal verstanden hat und auch noch Freud & Co. kennt, hat man schon ein gutes Rüstzeug.

Wie weit bist Du eigentlich, Bluebell?

Bye, Ivy    :schmetterling:

P.S. Bei uns im Garten fliegen leider nicht besonders viele Schmetterlinge herum, trotz des eigens dafür angepflanzten Schmetterlingsstrauchs, dafür jedoch unzählige Schwalben über dem Nachbarfeld. Total lustig, wie diese schönen kleinen Flugakrobaten im Zick-Zack-Flug knapp über unsere Köpfe flitzen, wohl von Nachbars Saatgut angezogen. Es ist einfach herrlich, dieses Schauspiel! Hugo hat Recht, das Leben ist oft das bessere Schaustück!

Offline Bluebell

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August 2004: Victor Hugo "Der Glöckner von Notre-Dame
« Antwort #14 am: 22. August 2004, 09:23 »
Hi, liebe Mitleserinnen!

Zitat
Allerdings hab ich zehn Jahre lang so viel Sekundärliteratur über die Literatur und deren Poetik gelesen, dass sich vieles daraus ableiten lässt. Wenn man das Prinzip der werkimmanenten Interpretation einmal verstanden hat und auch noch Freud & Co. kennt, hat man schon ein gutes Rüstzeug.


Ja, das kann ich mir schon gut vorstellen. Bin aber trotzdem beeindruckt!  :zwinker:

Ich selber lege gerade den angekündigten Zwischenstopp bei der Hälfte ein. Teil 1 endet bei mir mit Kapitel XXII "Das Verhängnis".
Danke für das Angebot zur Krieg-und-Frieden-Leserunde, aber das kam mir etwas zu plötzlich.  :zwinker: Ich müsste mir das Buch erst besorgen, und davon abgesehen widme ich mich beim Parallellesen (wenn ich mich schon dazu hinreißen lasse) lieber völlig unterschiedlichen Genres.
Wen's interessiert: meine derzeitige Zwischenlektüre heißt "Trinkgeld vom Schicksal" von Selim Özdogan - es handelt sich um eine Kurzgeschichtensammlung, wobei viele (vielleicht sogar alle? - ich bin erst bei der Hälfte) der Stories gemeinsame Berührungspunkte aufweisen.
Außerdem habe ich vor, heute mit Illuminati zu beginnen. Ich habe von dem Buch schon soviel unterschiedliches gehört, dass ich mir nun selbst eine Meinung bilden möchte. Und die Thematik einer vatikanischen Verschwörung reizt mich schon ...

Und Ivy, hoffentlich bist du nicht böse, wenn ein Großteil der Interpretationen usw. an dir hängen bleibt ... ich will natürlich auch mein Quentchen beitragen und werde auf alle Fälle meine Gedanken und Ideen posten, aber meine Erfahrungen auf diesem Gebiet beschränken sich (noch!) auf das, was aus der Schulzeit hängen geblieben ist.  :redface:
Jedenfalls finde ich es hochinteressant, wie du an die Sache herangehst, und vielleicht kann ich mir ja das eine oder andere für meine zukünftige Lektüre abschauen ... gerade wenn es um Freud geht, habe ich vielleicht gar nicht so einen schlechten Grundstein.

Außerdem bin ich schon sehr neugierig, wie euch das von mir bereits erwähnte Kapitel "Der Buchstabe tötet den Stein" gefällt. Wie gesagt, ich bin nicht sofort darauf angesprungen, aber dann hat es mich brennend interessiert und ich lese es wohl noch einmal.

Bye bye,
Bluebell

PS: Schwalben fliegen bei uns auch, die sammeln sich wohl schon für ihren Flug in den Süden. (auch will! :breitgrins: )
Da wo ich wohne, gibt es aber wirklich ausgesprochen viele Vogelarten zu beobachten. Ich müsste tatsächlich einmal mitschreiben, wann ich welche Arten in unserem Garten (Singvögel) oder in der unmittelbaren Nähe (Raubvögel) sichte ...
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