Wohin derzeit die Literatur hin will, das ist mir ein Rätsel, denn ich mag die Experimente größtenteils nicht. Ich habe immer das Gefühl, man möchte uns immer mehr veräppeln, unleserlich schreiben auf Teufel komm raus, und das gilt dann gleich als intelligent und gute Literatur
Ich weiß nicht. Vielleicht komme ich jetzt auch in ein Alter, in dem man denkt: die jungen Wilden 
LG
Anita
Das ist, denke ich, eine Frage des Alters. Genau wie die Hinwendung zu klassischen Werken. Wenn die eigene Sturm- und Drangperiode abgeschlossen ist, fällt es schwer sich mit der anderer noch zu identifizieren. Da ist, zumindest bei mir, wehmütiges Erinnern, das höchste der Gefühle. Auch hat man das alles schon so oder so ähnlich gesehen, gehört, gelesen und ist nicht mehr so leicht zu beeindrucken.
Mein Interesse an psychologisch gut ausgearbeiteten Figuren wurde im Laufe der Jahre immer größer, weshalb mich beispielsweise Kriminalromane mit ihren schnell hingeworfenen, plakativen Charakteren heute sehr langweilen, was so mit Anfang Zwanzig ganz anders war, da stand der Nervenkitzel im Vordergrund.
Und dann gibt es da noch eine Romangattung, die nur dazu dient die Gelehrsamkeit des Verfassers zu zeigen (Schaut her, was ich alles weiß!!!). Erinnert mich oft ein wenig an eine Zirkusnummer. Die Robbe kann die verschiedensten Gegenstände auf der Nase balancieren und keiner fällt runter. Vertreter dieser Art: Th. Mann (weshalb ich ihn oft als zwar nicht schwer, aber doch anstrengend zu lesen empfinde), Eco und ich denke, ganz neu D.F. Wallace.
Aber das, ist natürlich nur meine Meinung...